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„Seelenwanderung“ Porträt des französischen Bassisten und Komponisten Jean-Philippe Viret // Mit Karl Lippegaus

Die immense Popularität der Barockmusik übertrifft noch die Jazzbegeisterung vieler Franzosen. Wer jedoch dabei gleich an Perücken, Puderquasten und Pomp denken mag, erlebt mit dem Album ‚Les Idées Heureuses‘ des Bassisten Jean-Philippe Viret eine Überraschung.

Mit Karl Lippegaus

Die unterschwellige Melancholie, die karge Strenge uralter Melodien scheinen ein heutiges Zeitgefühl zu treffen. Viret hat die 2. Violine im Streichquartett durch seinen Kontrabass ersetzt. Seine subtilen Bearbeitungen von Cembalo-Stücken François Couperins, Musiker am Hofe Ludwig XIV. und Vordenker einer Innovation in der Tradition, eröffnen dem Kammerjazz neue Horizonte. Jean-Philippe Viret wurde 1959 in Saint-Quentin in Nordfrankreich geboren. Mit 18 Jahren begann er Kontrabass am Konservatorium in Bordeaux zu studieren, sechs Monate später verdiente er schon in Jazzclubs und zog um nach Paris. Acht Jahre begleitete er den legendären Jazzgeiger Stephane Grappelli, gründete das Orchestre de Contrebasses sowie ein Piano-Jazz-Trio. Jetzt erscheint die zweite CD seines Streichquartetts, ‚Supplements d’âme‘ (‚Seelischer Beistand‘), auf der dezidiert anders improvisiert wird als bei anderen Jazz goes Baroque-Projekten aus der Vergangenheit.

© Deutschlandfunk, Jazzfacts, 26.10.2017

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