„Stampfmaschine statt Autowäsche“ Der Düsseldorfer Tape-Underground

Das Label „Klar!80“ entstand im Düsseldorf der frühen 1980er in einem Laden, der ausschließlich Tapes verkaufte. Die Musik ist nun wieder zugänglich. Von Oliver Tepel.

Um 1980 schien klar, das zukunftsweisende Medium des kreativen Undergrounds ist die Kassette. Veröffentlichungen eigener Töne waren auf Tape in kleinen Auflagen problemlos und kostengünstig daheim zu produzieren, und man konnte sie unterwegs anhören, eroberte doch just der Walkman die Welt.

Der als Manager der Sex Pistols bekannt gewordene britische Popvisionär Malcolm McLaren realisierte 1980 mit seinen damaligen Hoffnungsträgern, der Band Bowwowwow die erste, allein im Magnetbandformat erhältliche Single.

Und in Düsseldorf eröffnete Rainer Rabowski im Stadtteil Bilk, wo studentische auf Arbeiterkultur traf, einen Laden, in dem ausschließlich Kassetten verkauft wurden. Legendär im Sortiment wurde dabei sein Label KLAR! 80. Bis 1982 erschienen zwei Hände Tapes und eine Box mit drei Vinyl­maxi­singles, diese ist inzwischen sehr gesucht. Die Tapes? – Träumen Sie weiter. Dabei gäbe es auf ihnen so Tolles zu hören!




© TAZ, Kultur, Musik, 26.8.2023

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