Subkultur Heavy Metal „Autoritäten die Köpfe abbeißen!“
Ein Musiktipp von Benjamin Moldenhauer (TAZ). Wie hart bangt Metal im Globalen Süden? Beeindruckende Beispiele aus Indonesien, Brasilien, Togo und Kuba beweisen das subversive Potenzial des Genres.
Einer der jüngsten Highlights der an Highlights reich gesegneten Geschichte des indonesischen Metal ist das jüngst erschienene zweite Album der Death-Metal-Band Incinerated. „The Epitome of Transgression“ gelingt, was ansonsten die allerdings ungleich verkopfteren und meditativeren Krallice in New York hinbekommen: drei lange Stücke, die das Tempo beständig wechseln, aber trotzdem jeweils ein einzelnes, in sich homogenes Brett ergeben.
Blastbeat, Break, Einbruch, wieder alle los, alles verleimt von Grummelgitarre und mitteltief gestimmten Gekeife. Das ist alles mehrschichtiger, komplexer und aber auch unmittelbar magenmassierender als auf dem Incinerated-Debütalbum „Stellar Abomination“ (2020).
Besonders schön der Zwölfminüter „Deciphering the Signs of Salvation“, bei dem sich anfangs Virtuosität, Durchkomponiertheit, lustige Basslinien und Ranzsoundästhetik passgenau verbinden, wie sonst nur im Spätwerk der britischen Bolzköpfe Napalm Death, um dann nach dreieinhalb Minuten gemeinsam abzuheben.
© TAZ, Kultur, Musik, 14.8.2025