The Artist’s Corner: „Kennen Sie Musik, die man nur am Lautsprecher hören kann?“ Teil 4.
Damals vielen ein Gräuel, ein Teufelswerk und vor allem gar keine Musik, erhörten andere in der noch jungen Elektronischen Musik Anmut, Kraft und den Geist der Zukunft. Mit Stefan Fricke.
Teil 4/13: Studios in Warschau (Eksperymentalne) und Brüssel (Apelac)
Der Komponist Karlheinz Stockhausen (1928-2007), ein Pionier terrestrischer Klänge, war zwischen 1963 und 1977 als künstlerischer Leiter des Kölner Studios für Elektronische Musik beim Westdeutschen Rundfunk beschäftigt. In diesem Studio, das 1953 der WDR-Redakteur und Komponist Herbert Eimert gegründet hatte, realisierte Stockhausen von Anfang an und über Jahrzehnte hinweg das Gros seiner elektroakustischen Konzepte. Werke, mit denen er zweifellos Musikgeschichte geschrieben und etliche Komponist*innen unterschiedlichster Genres nachhaltig beeinflusst hat – bis heute.
Mitte der 1960er Jahren stellte Karlheinz Stockhausen im Radioprogramm des WDR unter dem Titel „Kennen Sie Musik, die man nur am Lautsprecher hören kann?“ in 13 Sendungen verschiedene Studios (aus Europa, Nordamerika und Japan) und einige der dort geschaffenen Kunstklangproduktionen vor. Diese Sendungen sind ebenso historische Dokumente wie in die Zukunft weisende Leitfäden, die die musikalische Praxis seither grundlegend verändert haben.
© HR 2, The Artist’s Corner, 01.02.2025
Wow, was für ein spannender Blick in die Welt der elektronischen Musik! Ich erinnere mich, wie ich das erste Mal mit einem Synthesizer herumexperimentiert habe. Das klang eher wie ein krächzender Vogel als wie Musik – und das nach mehreren Stunden! 😂 Aber diese innovative Herangehensweise von Stockhausen und Co. hat damals echt den Grundstein für so viele Genres gelegt. Wer hätte gedacht, dass man mit ein paar Kabeln und Knöpfen so viele kreative Türen öffnen kann?
Ich stelle mir vor, wie diese Musik zum Zeitpunkt der Ausstrahlung gewirkt haben muss. Für unsere heutigen Ohren ist das nichts Ungewöhnliches mehr. Das liegt an den veränderten Hörgewohnheiten usw. Aber in den 60er-Jahren! Umso besser, dass so eine Sendereihe wieder ausgegraben wurde. Ein solcher Rückblick kann nur von Vorteil sein. Und ja, es diese Musik hat viele, viele Türen geöffnet.