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UK Jazz News Release Tipp: Patricia Brennan – Of The Near And Far / Pyroclastic Records

Von John Ferguson. Nachdem Brennan beim diesjährigen North Sea Jazz Festival in Mary Halvorsons Amaryllis Sextet einen starken Eindruck hinterlassen hat, veröffentlicht sie nun ihr viertes Album „Of The Near And Far“ auf dem progressiven Label Pyroclastic Records der Pianistin Kris Davis. Das Album reiht sich ein in die Reihe großartiger Werke, die sich um dieses relativ einzigartige Instrument drehen, das sowohl perkussives als auch harmonisches Können erfordert.

Seit ein paar Tagen darf ich diese phantastische Musik hören und kann die Empfehlung von John Ferguson nur an Euch weitergeben. Das ist eines jener Alben die wir 2025 gehört haben sollten – definitiv! @radiohoerer

Die britischen Vertreter des Jazz-Vibraphons (Vibes) stehen in einer großen Tradition, die von Victor Feldman über Roger Beaujolais und Jim Hart bis hin zu den jüngeren Interpreten Ralph Wyld und Jonny Mansfield reicht. In den USA sind Vibes-Meister wie Milt Jackson, Lionel Hampton und Gary Burton zu Legenden geworden, und das Instrument rückt durch eine neue Generation von Künstlern wie Joel Ross, Sasha Berliner und Patricia Brennan wieder in den Vordergrund.

Nachdem Brennan beim diesjährigen North Sea Jazz Festival in Mary Halvorsons Amaryllis Sextet einen starken Eindruck hinterlassen hat, veröffentlicht sie nun ihr viertes Album „Of The Near And Far“ auf dem progressiven Label Pyroclastic Records der Pianistin Kris Davis. Das Album reiht sich ein in die Reihe großartiger Werke, die sich um dieses relativ einzigartige Instrument drehen, das sowohl perkussives als auch harmonisches Können erfordert.

Brennan hat den Himmel und die Sternbilder als Inspiration für das Album herangezogen und versucht, wie sie selbst sagt: „… harmonische oder melodische Symmetrie zu finden, indem ich zwei symmetrische Formen übereinanderlege – eine aus der Astronomie und eine aus der Musik.“ Wenn das etwas beengt klingt, lassen Sie sich davon nicht ablenken – die Musik fließt natürlich durch die sieben unterschiedlichen Stücke, mit viel präziser Ensemblearbeit, aber auch viel Improvisation von fantastischen Musikern. Brennan hat so hervorragende Mitstreiter wie die Pianistin Sylvie Courvoisier, den Gitarristen Miles Okazaki, den Bassisten Kim Cass, den Schlagzeuger John Hollenbeck und den Elektronikmusiker Arktureye engagiert und, um ihre einzigartigen Fähigkeiten zu nutzen, vier einzelne Streicher anstelle eines vorgefertigten Quartetts.

Der Eröffnungstitel „Antlia“ und der zweite Titel „Aquarius“ erinnern in Melodie und Stimmung an die großartige Kentucky-Band Rachel’s aus den 90er Jahren und an das ebenso hervorragende, aber sträflich unterschätzte New Yorker Ensemble The Cellar And Point (unter der Leitung des Grammy-Gewinners Joseph Branciforte Mitte der 2010er Jahre). Ein wesentlicher Schlüssel zu ihrem zeitlosen Charme ist die Fülle an wunderschönen Harmonien – eine große Stärke in Brennans Kompositionen hier und tatsächlich auf dem gesamten Album.

Andromeda nimmt mit Brennans frenetischem, aber melodischem Spiel das Tempo auf und enthält einen kurzen, aber sehr schönen Gitarrenbreak von Okazaki sowie fantastisches freies Klavier und fabelhaftes Schlagzeug, alles überlagert von Streichern.

Elektronische Zauberei sorgt für einige wundervolle, schimmernde Momente auf dem Album, wie zum Beispiel in „Citlalli“, und es gibt auch jede Menge konzentrierte „klassische“ Streichensemble-Arbeit, wie zum Beispiel in den Stücken „Lyra“ und „Aquila“. Der letzte Titel „When You Stare Into The Abyss“ kommt vielleicht dem, was man sich unter dem „Klang der Sterne“ vorstellen könnte, am nächsten, da er sich langsam in die musikalische Richtung von Reich oder Richter entwickelt – keine schlechte Sache!

Die Vielfalt der Klänge in allen sieben Stücken, die jeweils durch Brennans feines Vibraphonspiel bereichert werden, sorgen für 45 lohnende Minuten Hörgenuss. Empfehlenswert.

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