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„Verborgene Blätter“ Geschichten vom falschen Leben im richtigen von Michael Langer

Am Rande des Bayerischen Waldes. Auf einem einsamen Berg unter dem Laubdach einer 400-jährigen Linde ist der Damaszenerschmied zu Hause. Der Einödhof ist nur zu Fuß über steile Waldwege und verschlungene Pfade zu erreichen. Wer mag heute noch so leben?

Unten im Tal, wo blitzblanke Land Cruiser die Dörfer unsicher machen, da hat man auch ein Handy und immer öfter einen Internetanschluss.
Mitten in Amsterdam. Hier arbeitet ein Medienpirat hoch über den Grachten. Er pfeift auf eine Hightech-Karriere und leistet sich stattdessen einen eigenen anti-kommerziellen Sender auf UKW und im Netz zum Selbstkostenpreis. Sein Lebensraum ist das Studio, sein Sendegebiet der Cyberspace. Ein Eigenbrötler? Konjunkturbremser? Irgendwo in Belgien. Raul Vaneigem hat sich zurückgezogen. Er will von den Medien nichts mehr wissen. Schon gar nicht von einer Welt, die der Ökonomie gehorcht. In seinem Buch „An die Lebenden“ schrieb er: „Es kommt heute darauf an, sich in der Echtheit des eigenen Daseins zu entdecken, selbst wenn es schlecht gelebt wird und die kleinste Illusion ihr oft vorgezogen wurde – da das Verlangen nach einem anderen Leben eben schon dieses Leben ist.“



„Verborgene Blätter“ Geschichten vom falschen Leben im richtigen
Von Michael Langer
Regie: der Autor
Mit Philipp Schepmann, Ruth Schiefenbusch und Hendrik Stickan
Produktion: Deutschlandfunk 2002

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