52. Deutsches Jazzfestival Frankfurt: Petter Eldh’s „Koma Saxo“

Koma, das scheint auch auf Schwedisch und Finnisch das Gleiche zu bedeuten wie im Deutschen. Saxofonisten im Koma also? Oder doch Saxofonisten, die uns ins Koma spielen? Es ist jedenfalls aufwühlend, was die Herren von Koma Saxo auf die Bühne bringen, eine Musik, die die Kraft hat, uns im Innersten zu treffen und kräftig durchzuschütteln.

„Grooviger Avantgarde-Jazz … mit Reibungspotential und Vision“ ist ein Versuch, die Musik von Koma Saxo auf den Begriff zu bringen. Vielleicht bringt uns die Beschreibung des Personals weiter. Da ist Bandleader und Bassist Petter Eldh, dessen Biografie so manchen Kulturpessimisten mit Hoffnung erfüllen könnte, denn, so liest man jedenfalls auf Wikipedia, „Eldh … hörte zunächst Hip-Hop-Musik …, bevor er sich mit 13 Jahren unter dem Eindruck der Musik von Charlie Parker dem Jazz zuwandte“.
Zu ihm gesellt sich Schlagzeuger Christian Lillinger, der seit einiger Zeit in sämtlichen Bands zu spielen scheint, die ernsthaft eine eigene, neue Richtung einschlagen.

Dazu kommen noch die Saxofonisten: der Finne Mikko Innanen, der am liebsten Bariton-, Alt- und Sopraninosaxofon spielt, sowie zwei schwedische Tenöre: Jonas Kullhammar mit einem markant-kraftvollen Ton und hymnischer Intensität zeichnen ihn aus sowie der neun Jahre jüngere Otis Sandsjö, der mit weicherem Ton faszinierende Klangflächen aus Zirkularatmung, rhythmischem Tastenklappern und Überblasklängen schafft.
Zusammen bilden diese fünf Herren eine schlagkräftige Truppe mit einem eigenen Sound und enormer Energie.



Petter Eldh’s „Koma Saxo“

Mikko Innanen – saxophone
Otis Sandsjö – saxophone
Jonas Kullhammar – saxophone
Petter Eldh – bass
Christian Lillinger – drums

(Übertragung aus dem hr-Sendesaal in Frankfurt)

© HR 2, Konzert, 31.10.2021

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: