Home

Büchner-Preisträger: Clemens J. Setz „Aus den Geheimkammern der Gegenwart“

Clemens J. Setz schreibt eine Literatur, in der er die Konventionen der Wahrnehmung lustvoll überschreitet. Er ist ein überaus würdiger Büchner-Preisträger. Ein Kommentar von David Hugendick.

Kleine Anmerkung. Heute erscheinen hier noch 2 Hörspiele (Flüstern in stehenden Zügen und Innenhof) nach Texten von Clemens J. Setz. Eine Premiere und ein jüngeres. Beide lohnen sich sehr!

Von Clemens J. Setz gibt es diese Geschichte eines Manns, der allein in einer Schneekugel auf einem atmosphärenlosen, winzigen Planeten lebt und sich einen Roboterfreund baut. Sie beginnt so: „Schon als Kind hatte er sich manchmal vorgestellt, wie es sein müsste, im Inneren verschiedener Dinge zu leben, etwa im Inneren einer Uhr – und all die vielen winzigen Zahnräder näher kennenzulernen, die dort am Vergehen der Zeit arbeiteten.“ Und einerseits ist dieser Mann namens Trevor eine, ja, typische Clemens-Setz-Gestalt. Andererseits steckt in diesem Anfangssatz wohl auch eine Einführung in die Poetologie, das Erzählprogramm des Autors selbst: das Interesse am Mikroskopischen, am Outrierten, am Abseitigen, aus dem Clemens Setz‘ Literatur seit Jahren schöpft.

Nun hat der Grazer Schriftsteller den Georg-Büchner-Preis erhalten, und mit 38 Jahren ist er einer der jüngsten Träger in der Geschichte der vielleicht wichtigsten Auszeichnung für deutschsprachige Literatur. 

© Zeit Online, 20.7.2021

(Visited 290 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.