R.I.P. Mikis Theodorakis „Mensch, Politiker, Komponist“ von Georg Beck
Der griechische Komponist Mikis Theodorakis ist im Alter von 96 Jahren in Athen gestorben. Dieses Feature aus dem Jahr 2015 zeichnet seinen Lebensweg nach. Die Musik gab ihm Kraft – auch in düsteren Zeiten.
Er war zwölf Jahre alt, als er seine ersten Lieder schrieb. Mit 17 Jahren gab er sein erstes Konzert. In diesem Jahr gerät er das erste Mal mit Folter in Berührung: Die italienischen Besatzungstruppen inhaftieren ihn. Nur wenige Jahre später verschleppte man ihn während des Bürgerkrieges auf die berüchtigte Gefangeneninsel Makronissos – erneute Folter.
Mikis Theodorakis überlebte all das, vor allem dank der Kraft, die er aus der Musik schöpfte. Seine Freiheitslieder, seine Vertonungen der Gedichte von Jannis Ritsos, vor allem von dessen „Epitaphios“, machten ihn berühmt. Auch sein Oratorium „Canto General“ nach Pablo Neruda erlangte große Popularität.
Für viele verkörpert Mikis Theodorakis die griechische Musik. Aber er ist nie ein Folklorist gewesen, im Gegenteil: Musikalisch kannte er keine Grenzen und hat sich in allen Genres ausgetobt. Für Jürgen Liebing ist der Mauthausen Zyklus am beeindruckendsten gewesen: „Selten hat mich eine Musik so ergriffen, dass sie mich nie losgelassen hat“
© Deutschlandfunk, Aktuell, 2.9.2021