Ensemble Modern: „Worauf es wirklich ankommt, ist, dass niemand gleichgültig bleibt“
Das Ensemble Modern mit Erst – und Uraufführungen von Johannes Maria Staud, Anna Korsun, Johannes Boris Borowski, Hankyeol Yoon und Milica Djordjević.
Täuschung, HipHop und die Frage: Wie politisch soll Musik sein? Das Ensemble Modern stellt sechs neue Werke der jüngeren Komponisten-Generation vor – und portraitiert sie in ihrer ganzen Vielseitigkeit
Die Ukrainerin Anna Korsun lässt in ihrer Komposition „Marevo“ – was so viel wie „Fata Morgana“ oder „Täuschung“ bedeutet – sinnlich-surreale Klanglandschaften entstehen, auch dank Singender Sägen. Um starke, expressive Kontraste geht es dafür der Serbin Milica Djordjević in ihren beiden Stücken „transfixed“ und „transfixed‘“ – einmal ohne, einmal mit Apostroph.
Klänge verinnerlichen – mit diesem komplexen Prozess setzt sich Johannes Boris Borowski in „Innig“ auseinander. Und Johannes Maria Staud greift für „Listen, Revolution (We’re buddies, see -)“ ein Gedicht des Afroamerikaners Langston Hughes auf, das den strukturellen Rassismus anprangert. Der südkoreanische Dirigent, Pianist und Komponist Hankyeol Yoon wiederum parodiert in „Grande Hipab“ das Pop-Genre HipHop und vermischt es mit barocken Ostinato- und Rezitativ-Formen.
Johannes Boris Borowski (1979): Innig (2021) (Uraufführung)
Anna Korsun (1986): Marevo (2020) for singing ensemble
Hankyeol Yoon (1994): Grande Hipab (2021) (Deutsche Erstaufführung)
Milica Djordjević (1984): transfixed – transfixed‘ (2020)
Johannes Maria Staud (*1974): Listen, Revolution (We’re buddies, see -) für Ensemble (2021) (Deutsche Erstaufführung)
Ensemble Modern Frankfurt
Leitung: Lucie Leguay
(Aufnahme vom 3. Dezember 2021 aus dem Mozart Saal der Alten Oper Frankfurt)
© HR 2, Konzertsaal, 17.2.2022