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„Überall und nirgends“ Wie viel Mühe es macht, Rassismus zu begründen Von Michael Reitz

„Das Konzept der Rasse ist Ergebnis von Rassismus und nicht dessen Voraussetzung“. Mit diesem Resümee stellten Forscher an der Universität Jena im Jahr 2019 endgültig fest…..

… Für die Behauptung, es gäbe unterschiedliche Menschenrassen, lässt sich nicht der geringste wissenschaftliche Beweis ermitteln. Trotzdem existieren rassistische Verhaltens- und Denkmuster weiterhin. Der Rassismus-Forscher Aladin El-Mafaalani benennt das Paradox: weil der Rassismus überall ist, ist er so schwer zu erkennen. Denn er ändert ständig sein Gesicht, ist wandelbar und spricht heute nicht mehr explizit von Rassen.

Die Erfindung des Rassismus und die damit verbundene Ideologie der angeblichen Vorherrschaft bestimmter Ethnien ist ein Kind des humanistischen Denkens und der Aufklärung. Er ist ein Konstrukt, ein theoretisches Fantasiegebilde, das koloniale Expansion und schließlich Völkermord gewährleisten und ideologisch absichern sollte. Heute, so der ernüchternde soziologische Befund, wirkt er immer noch als Hintergrundrauschen. Und ist tiefer in unser westlich-europäisches Selbstverständnis eingebettet, als wir es wahrhaben wollen.



© Bayern2, Nachtstudio, 1.3.2022

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