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Hörspiel: Derek Jarman – Blue

1986 – kurz vor Weihnachten. Der Bühnenbildner, Maler und Filmemacher Derek Jarman erfährt von seiner HIV-Infektion. Weihnachten hat er noch nie leiden können. Er schreibt Tagebuch über Alltägliches und über die Krankheit: Symptome, Behandlungen, Torturen, Leiden, Gespräche.

„Meine Netzhaut ist ein ferner Planet – ein roter Mars – aus einem Kindercomic – mit gelber Infektion – die am Rand Blasen schlägt – Ich sage: ‚das sieht aus wie ein Planet‘ – Der Arzt sagt: ‚oh, ich denke das sieht aus wie eine Pizza‘ „. Seit 1992 war Jarman schließlich erblindet. Wie ein langes Gedicht hat Jarman diese Aufzeichnungen mit Geräuschen und Musik inszeniert. Vielfach sucht er die Symbolik: „Blau ist die unendliche Liebe, in die der Mensch eintaucht – es ist das Paradies auf Erden.“ Schnell, noch vor seinem Tod, vereinnahmten die Kritiker seine Arbeit mit Schlagworten wie „Testament“, „Vermächtnis“ usw. – Jarman revanchierte sich mit der Parole: „Nichts ist interessanter als die Ankündigung des eigenen Todes.“


„Blue“ Von Derek Jarman

Aus dem Englischen von Sven Rosenkranz
Mit Ulrich Matthes, Sylvester Groth, Wolfgang Condrus und Eva Mattes
Komposition: Simon Turner
Deutschlandradio/Radio France 1994

Derek Jarman (1942- 1994), britischer Filmregisseur und Künstler. Filme u.a. Caravaggio (1986), The Last of England (1987), Wittgenstein (1993).

 

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