„Selbstlose Musik“ Karel Goeyvaerts zum 100. Geburtstag
In den 1950er Jahren gehörte der belgische Komponist Karel Goeyvaerts zu den Pionieren seriellen Komponierens. Von Carolin Naujocks.
Als Vordenker eines neuen musikalischen Ausdrucks reflektierte er auch den Zusammenhang zwischen den Kriegserfahrungen und der ästhetischen Entwicklung der Nachkriegszeit.
Der flämische Komponist Karel Geoyvaerts gehörte zu den Pionieren seriellen Komponierens. Aus dem Studienkreis um Olivier Messiaen kommend, besuchte er 1951 die Darmstädter Ferienkurse und lernte dort Karlheinz Stockhausen kennen, mit dem sich ein reger Austausch entwickelte. Goeyvaerts wünschte sich die restlose Beherrschung des musikalischen Materials: jeder Klang eine vollständige, „punktuell” determinierte Entität. In gewisser Weise ist Karell Goeyvaerts in seiner Arbeit immer einen Schritt voraus gewesen und zwar jeweils um so viel, dass er entweder gründlich missverstanden wurde oder als Ideengeber für eine Entwicklung fungierte, die andere später kreativ aufzunehmen wussten.
© Deutschlandfunk Kultur, Neue Musik, 8.6.2023