Essay: Tiere jagen – Die Wiederkehr einer besonderen Kulturtechnik
In Zeiten, in denen über unser Verhältnis zum Tier neu nachgedacht wird, in denen eine wachsende Zahl von Menschen nicht einmal mehr Milch oder Eier zu sich nehmen will – geschweige denn Fleisch – wächst zugleich die Faszination der Jagd. Von Wiebke Hüster.
Die frühen Menschen waren nicht nur Sammler, sondern auch Jäger. Jagd ist von jeher ein lebenserhaltendes Handwerk, aber auch eines der ältesten Vergnügen der Menschheit. Heute ist sie für die einen eine tiefe Leidenschaft, für die anderen ein todbringender Frevel an den Tieren, der sich moralisch nicht rechtfertigen lässt. Dennoch bleibt die Jagd ein Teil des Verhältnisses zwischen Mensch und Tier.
Dieser Essay geht den Motiven der Liebe zur Jagd neu nach und betrachtet diese zunächst als ein Handwerk, als altes Wissen, das uns in die Natur zurückkehren lässt, als ein Teil von ihr – nicht als Zuschauer, sondern als Praxis, in der wir lernen, mit eigenen Instinkten umzugehen, ein Raum, unser Verhältnis zur Natur neu zu justieren.
© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 14.1.2024