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R.I.P.  Sven-Åke Johansson „Der Taktgeber ist tot“

Von Karl Bruckmaier (TAZ). Ein begnadeter Geräuschemacher und Freundschaftsstifter: Nachruf auf den schwedischen Jazzdrummer Sven-Åke Johansson, der jetzt 82-jährig verstarb.

Da wäre man ja gerne dabei gewesen, als Dylan in Newport elektrisch-eklektisch geworden ist und Pete Seeger mit der Axt auf das Stromkabel losgegangen sein soll. Als Hendrix Gitarren abgefackelt hat. Als Townshend sein Instrument flux zertrümmerte und was der ikonischen Momente in den Sechzigerjahren noch so gewesen sind. Na ja, ein wenig gewalttätig, dies alles. Viel Testosteron. War halt so.

Aber vielleicht wäre ich dann doch lieber dabei gewesen, als Peter Brötzmann an der niederländischen Grenze ein stotterndes Töff-töff gehört hat. Da schlingerte ein motorisiertes Dreirad über die grüne Grenze, beladen mit einem Koffer und einem rudimentären Schlagzeug. Gelenkt von einem zart aussehenden jungen Schweden namens Sven-Åke Johansson, vom Ruf der in Wuppertal und ähnlichen Weltstädten angesiedelten Free-Jazz-Recken angelockt; dieser bärtigen, dieser kahlköpfigen, dieser trinkfesten und ebenfalls testosteron-gesteuerten Tafelrunde wollte er sich anschließen, deren Musik sich so arrogant wie selbstbewusst neben die afroamerikanischen Free-Eskapaden gestellt hat in jenen Tagen der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten Ende der 1960er.

© TAZ; Kultur, Musik, 16.6.2025

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