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Filmtipp: „15 Liebesbeweise“ von Alice Douard

Wie ist es, heute in Frankreich, in einer gleichgeschlechtlichen Ehe ein Kind zu bekommen? Alice Douard, die Regisseurin des Films „15 Liebesbeweise”, hat diese Situation selbst durchlebt. Alle Ungleichbehandlungen eingeschlossen.

Es ist vor allem auch die Geschichte von Céline und ihrer Beziehung zu ihrer Mutter, die eine internationale Karriere als Konzertpianistin hat, sowie von Célines Kindheit. Umso bewegender ist die schöne Idee, dass Célines Mutter mitten im Konzert aufsteht und ihrer Tochter erzählt, wie schwer es für sie war, Beruf und Muttersein unter einen Hut zu bringen. Auch Nadia muss sich mit ihren Familienmitgliedern auseinandersetzen und diesen mutigen Schritt verteidigen. Es ist ein wichtiger Film, der trotz aller Widrigkeiten immer den Humor bewahrt und zu überzeugen weiß.

Der Film hat beim gerade zu Ende gegangenen 39. Braunschweig International Film Festival (10.-16.11.2025) den ECHT Filmpreis erhalten.

Paris, 2014. Die Tontechnikerin und DJ Céline erwartet ihr erstes Kind – doch schwanger ist sie nicht. In wenigen Monaten wird ihre Frau Nadia eine Tochter zur Welt bringen. Während Nadia zwischen Übelkeit und Atemnot im zahnärztlichen Notdienst arbeitet, übt Céline das Babyhandling an den Kindern eines Kollegen. Dieses Chaos soll bald ihr Alltag werden? Trotz der „Ehe für alle“ muss Céline dem Staat mit 15 persönlichen Briefen aus dem Freundes- und Familienkreis beweisen, dass sie ihr zukünftiges Kind liebt und ihrer Rolle gewachsen ist. Als Pionierin muss sie ihren Platz vor dem Gesetz und in den Augen der anderen erst erkämpfen – und zugleich Frieden schließen mit ihrer Mutter, die stets ihren eigenen Weg ging. Eine erfrischend andere Geschichte über das Elternwerden – treibend, urkomisch und brillant gespielt.

Inspiriert von eigenen Erfahrungen mit der französischen Adoptionsbürokratie zeigt Douard, wie eng Privates und Politisches im Leben von LGBTIQ+-Familien verwoben sind – und schafft zugleich Momente, in denen sich Menschen jeder Herkunft und jeden Geschlechts wiederfinden. Ein tolles Cast, mit der deutsch- und französischsprachigen Schweizerin Ella Rumpf („Couture“, „Die Gleichung des Lebens“, „Tigergirl“, „Die Göttliche Ordnung“) in der Hauptrolle sowie Monia Chokri („Herzensbrecher“) und Noémie Lvovsky („Actrices – oder der Traum aus der Nacht davor“) machen den Film komplett. © Pressetext.

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