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Zeit Online Filmtipp: „Köln 75“

Eine Rezension von Tobi Müller. Eine Musikkomödie – fast ohne Jazz. Der Film „Köln 75“ erzählt die Vorgeschichte zu Keith Jarretts „Köln Concert“ aus Sicht der jungen Veranstalterin.

Die ersten fünf Töne der bis heute meistverkauften Solo-Platte kennen die meisten Menschen, ob sie es wollten oder nicht. Keith Jarrett steuert mit einer Melodie auf nur weißen Tasten einen Moll-Akkord an, das Hallpedal ist runtergedrückt. In diesem einfachen Dreiklang, mit dem das im Januar 1975 aufgenommene The Köln Concert beginnt, erholen sich die Siebzigerjahre vom gescheiterten Anspruch der gesellschaftlichen Erneuerung. Jarrett hatte zu dem Zeitpunkt ein paar Jahre Solokonzerte hinter sich, in denen er US-amerikanischen Folk, den Kontrapunkt von Bach und die komplexe Rhythmik des Jazz improvisierend kreuzte wie keiner vor oder nach ihm. Die Kölner Aufnahme ist ein, Pardon für die Phrase, Meilenstein der Musikgeschichte.

© Zeit Online, 13.3.2025

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