Christian Schachinger’s Musiktipp: Peaches – No Lube So Rude
Sex ist der Sex des Alters: Peaches und ihr neues Album „No Lube So Rude“ Nach elf Jahren meldet sich die kanadische Sexpositivity-Bossfrau mit neuen Songs unter alten geilen Vorzeichen zurück.
Mit ihrem im Jahr 2000 veröffentlichten Song Fuck the Pain Away sorgte sie für ein zentrales Statement des in den 1980ern aufgekommenen, damals noch streng feministischen Sexpositivismus. Es handelt sich um einen sehr viel später in unseren Zehnerjahren zum – teilweise medial gern begleiteten – Faschingsvergnügen entwerteten „Trend“, der die Leute Lack- und Ledermode aus dem Versandkatalog bei diversen einschlägigen Clubbings vorführen ließ. Der Hintergrund bleibt natürlich ernst.
Als Denkrichtung fordert Sexpositivismus ganz grundsätzlich anti-patriachalisch definierte gesellschaftliche und eben auch sexuelle Freiheit und Selbstbestimmung auf Basis einvernehmlicher Handlungen. Sie hat allerdings im gesetzlichen Rahmen zu bleiben. Auch im Dark Room gelten das Strafgesetzbuch oder „Was du nicht willst, das man dir tut…“
© Der Standard, Kultur, Musik, 23.2.2026