UKJazznews: Colin Steele – Stramash II / Selfrelease
Von Patrick Hadfield. Vor gut zwanzig Jahren stellte der Trompeter Colin Steele eine scheinbar verrückte Traumband zusammen, bestehend aus einigen der besten Musiker Schottlands, die Genres vom Jazz über Folk bis hin zur Klassik abdeckten. Es folgten ausverkaufte Konzerte bei den „Celtic Connections“ und dem „Edinburgh Jazz & Blues Festival“.
Das daraus entstandene Album Stramash – ein schottisches Wort, das „Aufruhr“ oder „Tumult“ bedeutet – ist eine der besten Platten, die Jazz und schottische Folk-Musik miteinander verschmelzen lassen: ein fröhlicher, überschwänglicher und emotionaler Ausbruch. Es ist schwer – nein, unmöglich –, beim Hören von Stramash nicht tanzen zu wollen.
In den achtzehn Jahren seit diesem Album haben sie gelegentlich Konzerte gegeben – immer herausragende Anlässe –, doch Steele beklagte die Schwierigkeit, so viele gefragte Musiker zusammenzubringen, um neues Material zu proben und aufzunehmen. Doch erneut angeregt durch das EJ&BF gelang es ihm schließlich im vergangenen Jahr, und Stramash II ist das Ergebnis.
Das Album schließt mit Bangers and Stramash, einem unverhohlen fröhlichen, beschwingten Stück, in dem sich Steeles Trompete und eine Geige einen Dialog liefern, bevor ein lebhaftes Tenorsolo folgt. Es veranschaulicht die reichhaltige Ader, die zwischen den Genres verläuft, wobei jedes vom anderen profitiert und etwas Fröhliches und Neues hervorbringt. Hoffen wir, dass es nicht wieder achtzehn Jahre dauert, bis die nächste Stramash-Platte erscheint.
© UKJazznews, 8.7.2026