UKJazzNews Release Tipp: Karim Saber – Sundance
Von Tony Dudley-Evans. Karim Saber ist ein britisch-iranischer Gitarrist und Komponist, geboren in London. Er studierte Jazz an der Royal Academy of Music in London, wo er sein aktuelles Quintett gründete.
Während seiner Zeit an der Royal Academy lernte er auch den deutschen Komponisten Lukas DeRungs kennen und tourte daraufhin ausgiebig durch Europa mit DeRungs KOSMOS SUITE (Berthold Records), einem Stück, das Jazz, Chormusik und Poesie verbindet – das Album wurde für den Deutschen Jazzpreis 2023 nominiert. Sundance ist Sabers zweites Album – das erste war Transmission (Ubuntu, 2024).
Ein Merkmal des Spiels auf dem Album, das ich attraktiv finde, ist die Art und Weise, wie die Solisten in bestimmten Stücken viel interaktiver werden. Im Eröffnungstitel „Litany“ interagieren Wilson am Klavier und Thomas am Schlagzeug miteinander, wobei mal der eine, mal der andere stärker in den Vordergrund tritt. Purpose bietet eine Reihe kurzer Soli von Gitarre, Klavier und Tenorsaxophon, wobei jedes Instrument für ein kurzes zweites Solo zurückkehrt. No Virgos besteht aus einem Dialog zwischen Gitarre und Saxophon, wobei mal das eine, mal das andere Instrument die Führung übernimmt. Dann übernimmt Cook und liefert ein starkes Solo. Die Gruppe kann diesen interaktiven Aspekt ihres Spiels sicherlich noch weiterentwickeln, aber Sundance ist ein äußerst beeindruckendes Album und Saber ist definitiv ein Shootingstar. © Texte: Tony Dudley-Evans.