Er ist das Enfant terrible der österreichischen Jazzszene: Lukas Kranzelbinder trägt seinen Bass in Gefilde von Surfmusik über Gnawa-Grooves bis in den Free Jazz, geht mit dem Tieftöner auf Opernbühne und Alpengipfel, lässt sich von William S. Burroughs genauso inspirieren wie von Grillengezirpe.
Sein Motto: „Alles ist erlaubt“. Mit der Band Interzone um den Trompeter Mario Roms öffnet er den – gerne auch freien – Jazz in Richtung Balkan, Bossa, Disco und Schlager. Surf- und Latin-Sounds erkundet er mit Expressway Sketches auf ihr Knackbass-Potenzial. Sein Hauptprojekt jedoch ist das österreichisch-deutsche Septett Shake Stew, das sich mit solistisch hochkompetentem Bläsersatz sowie jeweils doppelt besetztem Schlagzeug und Bass eine neue Jazzdimension erschließt. Diese bezieht arabische Farben und afrikanisches Flair mit ein, verknüpft Filigranes mit Funk und Free – zuletzt auf der hypnotischen Doppel-CD „Gris Gris“. Regelmäßig tobt das Publikum bei Shake Stew-Konzerten. In der Sendung gibt der Klagenfurter Ausnahmebassist Einblick in sein musikalisches Multiversum.