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Alte Schönheit verbeult – Der Komponist Martin Smolka im Porträt von Rainer Nonnenmann

Kein Avantgardist radikal neuer Klangwelten. Kein Restaurateur alter Schönheitsideale. Der tschechische Komponist Martin Smolka (* 1959) geht einen ganz eigenen Weg: nostalgisch nach vorn.

Martin Smolka pflegt einen ebenso sachlich reflektierten wie schwärmerischen Umgang mit konsonanten Intervallen und tonalen Dreiklängen. Als Nostalgiker ist er gerade kein Ewig-Gestriger, der sich sentimental etwas Verlorenes zurückträumt. Vielmehr weiß er um die Opfer des Fortschritts und die Unwiederbringlichkeit verlorener Schönheit. Die Sehnsucht nach etwas Vergangenem schmerzt, weil sie von ihrer Unerfüllbarkeit weiß. Mit Moll-Terzen, Dur-Dreiklängen, Naturlauten und alten Musikinstrumenten beschwört Smolka die Aura vergangener Schönheit. Doch zugleich legt er Mikrotöne und Verstimmungen wie dunkle Schatten darüber. Die alte Pracht erscheint rostig und verbeult.



© HR 2, Neue Musik, 10.6.2021

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