Arnold Schönberg zum 150er: Erfinder der Zwölftonmusik und vertriebenes Genie
2024 ist auch das Jahr des Musik-Innovators, gefeiert wird sein 150. Geburtstag. Ein Alphabet von „Atonalität“ bis „Zweite Wiener Schule“. Von Ljubiša Tošić.
Atonalität Atonale Musik bezeichnet eine Stilvariante, in der sich die Strukturen – im Gegensatz zur Dur-Moll-Tonalität – nicht auf ein harmonisches Zentrum beziehen. Doch Vorsicht! Der Begriff wurde gegen Arnold Schönberg und die von ihm begründete Zweite Wiener Schule herabwürdigend eingesetzt und von ihm selbst eher missbilligt. Der Ausdruck „freitonal“ kennzeichnet jene Phase in Schönbergs Schaffen besser, die der Erfindung des Zwölftonsystems voranging. Sie ist etwa an der 1. Kammersymphonie, am Melodramenzyklus Pierrot Lunaire und dem Monodram Die Erwartung zu studieren.
Dreizehn Diese Zahl löste bei Schönberg Ängste aus, er litt an „Triskaidekaphobie“. Gespenstisch jedoch: Er wurde am 13. September 1874 in Wien geboren und starb am 13. Juli 1951 in Los Angeles im Alter von 76 Jahren. Die Summe aus sieben und sechs ergibt übrigens auch 13.
© Der Standard, 17.1.29024