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ars acustica „Molocular Meditation | Apparat, mit dem eine Kartoffel eine andere umkreisen kann“ Zwei Hörstücke von Jan St. Werner

In „Molocular Meditation“ liefert Jan St. Werner (Mouse on Mars) die surreale Inszenierung eines kontemplativen Rückzugsorts mit irreführenden Meditationsanweisungen des Hohepriesters Mark E. Smith. Der Sänger und Frontmann der englischen Post-Punk-Band „The Fall“ ist am 24. Januar dieses Jahres im Alter von 60 Jahren leider viel zu früh verstorben. Ganz in der Tradition seiner anarchistisch-dadaistischen Punkagitatorik schimpft Mark E. Smith über russische TV-Moderatoren und nordenglische Mittelständler.

 

 

In „Apparat, mit dem eine Kartoffel eine andere umkreisen kann“ geht es um einen eher einvernehmlichen Dialog der erzählenden Stimme des ehemaligen Sängers der Gruppe „Can“, Damo Suzuki, mit den perkussiv-abstrakten Klängen Werners. Diese unterstützen die phonetischen und rhythmischen Akzente von Suzukis ruhigem Sprachduktus und sind stellenweise kaum voneinander zu unterscheiden. Anders als in der frei fließenden Komposition von Smith und Werner, die an den Rändern von Unscharfe und Wahnsinn arbeitet, sind hier Musik und Stimme eng miteinander verwoben.

Beide Arbeiten waren ursprünglich für museale Räume konzipiert – für das Museum Abteiberg in Mönchengladbach und das Cornerhouse in Manchester – und tragen die Idee einer Musik, die selbst Ideenräume und Gedankendimensionen durchmisst, in den unendlichen Assoziationskosmos des Äthers.

 

Molocular Meditation | Apparat, mit dem eine Kartoffel eine andere umkreisen kann

Zwei Hörstücke von Jan St. Werner

Mit: Mark E. Smith | Damo Suzuki
Komposition und Realisation: Jan St. Werner
(Produktion: WDR 2016)

© SWR 2, ars acustica, 6.3.2018

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