„Atlas“ Hörspiel von Thomas Köck

Eine deutsch-vietnamesische Migrationsgeschichte über drei Genrationen: Die Großmutter floh kurz nach dem Ende des Vietnamkriegs 1975 mit ihrem Kind aus Saigon auf die Flüchtlingsinsel Pulau Bidong. Sie gehören zu den „Boatpeople“, auf der Überfahrt kenterte das Schiff, Mutter und Tochter wurden getrennt.

Die Großmutter wurde schließlich als Kontingentflüchtling von der Insel gerettet und nach Westdeutschland gebracht. Nach einigen Jahren kehrte sie aus der BRD zurück nach Vietnam. Die Tochter hingegen ertrank entgegen der Annahme ihrer Mutter nicht und wuchs als Adoptivkind auf. Als junge Erwachsene bewarb sie sich als Vertragsarbeiterin und wurde in die DDR entsandt, die ab 1980 vietnamesische GastarbeiterInnen aufnahm. „Diese Perspektiven deutsch-vietnamesicher Geschichte im geteilten und wiedervereinigten Deutschland erweitern unseren Blick auf Lebensrealitäten, die bislang im öffentlichen Raum kaum Gehör gefunden haben. Mai Duong Kieu, Thúy Nonnemann, Claudia Jahn, Dan Thy Nguyen und Stephan Grossmann bereichern mit ihrem stimmlichen Handwerk und ihrer schauspielerischen Finesse den Text mit Bedeutungsebenen, die erst durch die vielfältigen Erlebenswelten der Sprecher:innen vollständig werden. Für diese großartige Leistung verbeugen wir uns vor diesem wunderbaren Ensemble.“ (Jurybegründung „Beste schauspielerische Leistung“ 2021 des Deutschen Hörspielpreises der ARD, der erstmals für eine Ensemble-Leistung vergeben wurde)
Atlas erhielt den Hörspielpreis der Kriegsblinden 2021.



Atlas
Von Thomas Köck
Mit Mai Duong Kieu, Dan Thy Nguyen, Stephan Grossmann, Thúy Nonnemann und Claudia Jahn
Komposition: Janko Hanushevsky
Regie: Heike Tauch
MDR 2019

© Bayern2, Hörspiel, 4.12.2021

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