Alles naturhaft Fließende, Gleitende und Übergängliche bewegt ihre Klangfantasie: Licht und Schatten, Schnee und Eis, Wasser, Wolken und Wind. Philosophische Dichtungen und Predigertexte weiteten den mentalen Horizont des Komponierens der Estin Helena Tulve ins Mythische und Mystische.
Unter den jüngeren Komponistinnen und Komponisten der Baltischen Staaten, die Anfang der 1990er Jahre in den Genuss weltweiter Reisefreiheit kamen, fand die Estin Helena Tulve, Jahrgang 1972, einen ganz eigenen Ton.
Die französische Schule der Spektralmusik, Gregorianischer Choral und das Studium kultischer Musik des Orients führten sie auf die Spur einer reich kolorierten, mit Mikrointervallen durchsetzten, schwebend-virtuellen Einstimmigkeit.
Ihre bedachtsame Schreibart, ihre fragilen Texturen, ihren Sinn fürs Unterschwellige und Unscheinbare, ihr Feingefühl für Raum und Zeit hat sie bis in die Gegenwart hin bewahrt.
Fantasie und außergewöhnliches handwerkliches Können zeichnen die Musik von Zeynep Gedizlioğlu aus. Daneben sind es persönliche emotionale Erfahrungen, die sich…