Bandcamp: Die Jazz-Szene in Baltimore bleibt verrückt!
Ein Szenenreport von Andy Thomas. Baltimore hat die Dinge schon immer auf seine eigene Art und Weise gemacht. Mit viel Musik und tollen Fotos!
Weit entfernt vom Rummel in New York oder Los Angeles und nicht so bekannt für sein tiefes Erbe wie Detroit oder Philadelphia, entwickeln sich seine Künstler ganz natürlich in einer Szene, die sich nicht so leicht in eine Schublade stecken lässt. „Baltimore ist eine echte Mischung, und jedes Genre arbeitet mit jedem Genre zusammen“, sagt Micah E. Wood, Musiker, Fotograf und Autor von Scene Seen: Baltimore Band Portraits 2016-2024.
Baltimores Wurzeln im Jazz reichen tief. In den frühen 1900er Jahren fasste die Ragtime-Szene der Ostküste in einem Gebiet Fuß, das als „The Block“ bekannt ist, neben den Burlesque-Häusern. In die Swing-Ära: Cab Calloway wird zwar immer als charismatischer Bandleader im New Yorker Cotton Club bekannt sein, aber er begann in Baltimore mit seiner Schwester Blanche Calloway, einer der ersten weiblichen Jazz-Bandleaderinnen. Sein Mentor war der Swing-Schlagzeuger Chick Webb, der ebenfalls nach New York zog, aber seine Verbindung zu Baltimore nie vergaß.
Die Left Bank Jazz Society wurde 1964 von Vernon L. Welsh und Benny Kearse gegründet und bot dem Jazz in dieser Stadt, die von der Rassentrennung geprägt war, eine wichtige Plattform. „Das Left Bank brachte so viele großartige Musiker nach Baltimore, und diese Energie war extrem wichtig“, sagt Bashi Rose, Dichter, Schriftsteller und Theaterregisseur, der bei zahlreichen Gemeinschaftsprojekten in der Stadt als Schlagzeuger tätig war. „Die Musik, die damals in Baltimore entstand, hat einen tiefen Eindruck hinterlassen.“
© Bandcamp Daily, Scene Report, 27.1.2025