Bandcamp Musiktipp: Shabaka – Of The Earth
Von Will Ainsley. Of The Earth, das neueste Album von Shabaka Hutchings, besticht durch seinen unverwechselbaren Sound. Saxophone und Flöten schweben über Drum Machines und Synthesizern, Jazz-Arrangements verschmelzen mit elektronischen Percussions.
Ein Teil dieser Bandbreite ist wohl Hutchings‘ umfangreichem Lebenslauf zu verdanken, der von seiner Arbeit mit Sons of Kemet und The Comet Is Coming – deren Gründungsmitglied er war – bis hin zu seiner Tätigkeit als Sideman für Sun Ra Arkestra, André 3000, Carlos Niño und andere reicht. Aber das Endprodukt gehört ganz allein ihm, von der ersten funkelnden Flötenmelodie bis zum letzten Drum-Loop.
Hutchings hat sichtlich Spaß an diesem Album. Alle Soloalben von Hutchings strahlen eine spürbare Freiheit aus, aber sowohl auf „Afrikan Culture“ aus dem Jahr 2022 als auch auf „Perceive Its Beauty, Acknowledge Its Grace“, das zwei Jahre später folgte, hat man das Gefühl, dass Hutchings sich zurückhielt – zumindest im Zusammenhang mit seiner Arbeit mit Sons of Kemet und Comet Is Coming. Im Gegensatz dazu bietet „Of The Earth“ einen Strudel aus Klängen und Texturen – darunter zwei Tracks, auf denen Hutchings rappt. „Ich habe noch nie zuvor gerappt“, sagt er in den Albumnotizen, „aber ich habe beschlossen, auf diesem Album meine Stimme zu finden.“ Seine Verse auf „Go Astray“ und „Eyes Lowered“ sind wie seine Musik: rhythmisch und vielschichtig, technisch versiert, aber frei. © Alle Texte: Will Ainsley