Bandcamp: Wie der Kontrabassist Ron Carter die DNA des Jazz nachhaltig verändert hat
Von Andy Thomas mit einem langen und sehr informativen Text über das Werk und seinen Beitrag den Ron Carter für den Jazz geleistet hat !
Ron Carter, der am häufigsten aufgenommene Kontrabassist der Jazzgeschichte, hat in sechs Jahrzehnten auf mehr als 2.200 Aufnahmen mitgewirkt – darunter mehr als 60 Alben unter eigenem Namen –, die von Post-Bop, Avantgarde und modalem Jazz bis hin zu Fusion, Jazz-Funk und Klassik reichen. Er spielte in Kammerjazz-Nonetten und intimen Trios ebenso wie in progressiven Quartetten, groß angelegten Big Bands und Sinfonieorchestern.
Er machte sich einen Namen im zweiten großen Quintett von Miles Davis (Columbia Records 1963–68) zusammen mit dem Pianisten Herbie Hancock, dem Saxophonisten Wayne Shorter und dem Schlagzeuger Tony Williams und wirkte bei einigen der größten Jazzalben mit, die je aufgenommen wurden. Man denke nur an einige der legendären Sessions, an denen er allein in den 60er Jahren im berühmten Van-Gelder-Studio für Blue Note mitwirkte: Herbie Hancock, „Maiden Voyage“; Wayne Shorter, „Speak No Evil“; Donald Byrd, „Kofi“; McCoy Tyner, „The Real McCoy“; Bobby Hutcherson, „Components“; Joe Henderson, „Mode for Joe“.
Vor allem aber hat er die Rolle des Kontrabasses im Jazz neu definiert und ihn als treibende Kraft der Musik etabliert, statt als bloße Begleitinstrument. Und Carter hat nie innegehalten, um zurückzublicken; bis heute sucht er unermüdlich nach neuen Wegen, sein Handwerk weiterzuentwickeln. Seinem Bestreben folgend, sein Bassspiel in unterschiedlichen Kontexten einzusetzen, reichen seine jüngsten Veröffentlichungen von einem Klaviertrio-Album mit den Schweizer Zwillingsbrüdern Michael und Florian Arbenz über eine Zusammenarbeit mit der Jazzaar Festival Big Band bis hin zu einem Jazz-Gospel-Album für Blue Note.
Hier sind einige aktuelle Höhepunkte aus dem umfangreichen, vielseitigen Repertoire von Ron Carter.:
Von den 90er-Jahren (einem Jahrzehnt, das mit einem Gastauftritt auf „The Low End Theory“ von A Tribe Called Quest begann) über die 2000er-Jahre bis hin zur Gegenwart ist Carter so produktiv wie eh und je geblieben. Er knüpfte neue Beziehungen zu Labels wie Muse und HighNote und kehrte gleichzeitig zu Blue Note zurück, wo er sich vor mehr als 60 Jahren einen Namen gemacht hatte. Auch kurz vor seinem 90. Geburtstag zeigt Ron Carter keine Anzeichen einer Verlangsamung und verfolgt Projekte, die so vielfältig sind wie eh und je. „Ich bin immer noch neugierig auf die Musik und darauf, wie ich gut spielen kann“, erklärt er. „Ich möchte jeden Abend besser spielen. Es spielt keine Rolle, mit wem ich spiele. Ich stelle mich gerne verschiedenen Herausforderungen, deshalb beschränke ich mich nicht auf bestimmte Musikrichtungen oder Formate.“
Hier sind einige aktuelle Höhepunkte aus dem umfangreichen, vielseitigen Repertoire von Ron Carter.
© Bandcamp Daily, 8.6.2026