Benefiz-Album für afghanische Frauen: Mit Witz, Wut und blauen Burkas
Eine stilistisch vielfältige Kompilation von Bands und Künstler:Innen schärft den Blick für das Unrecht, das Frauen und Mädchen in Afghanistan widerfährt. Von Jens Uthoff.
Ironie kann eine warme Waffe sein – im Fall der Burka Band eine warme weibliche Waffe. Bei ebendieser Burka Band handelt es sich um ein in Afghanistan gegründetes Musiktrio, das sich gern in blauer oder schwarzer Vollverschleierung zeigt und in seinen Songs gegen die Taliban und ultrapatriarchale islamische Strukturen singt.
„Oh it’s true/ The Burka still is blue / Because I care for you / You can only see my shoe“, heißt es etwa im fast schunkeltauglichen Song „I Care For You“. Swingende Gitarren, Beatorgel und Akkordeon ertönen, während die Burka-Band-Sängerin davon berichtet, wie es ist eingesperrt zu sein: „My prison is my room / My life is on computer / With nothing else to do“.
Dieser Song findet sich nun auch auf einer Compilation, die auf die verzweifelte Lage der Frauen und Mädchen in Afghanistan aufmerksam macht. „Hope for Her Future: A Compilation for Girls’ Education in Afghanistan“ heißt der Sampler, veröffentlicht hat ihn das Berliner Underground Institute, das unter anderem von der Berliner Musikerin Mary Ocher betrieben wird.
Die Erlöse gehen an den Afghanischen Frauenverein Hamburg, der sich für Bildung, berufliche Ausbildung und medizinische Versorgung von Mädchen und Frauen in Afghanistan einsetzt.
© TAZ, Kultur, 13.4.2023