„Blood Brothers Broadcasting Corporation“ „Out of space – in ya face“ // Vor 25 Jahren auf DT 64 und MDR Sputnik
Unglaublich. Diese Sendung auf DT64. Es war der Umbruch der ein Radioprogramm ermöglichte, wie es wohl nie mehr geben wird. Diesen Freiraum haben viele für neue Ideen genutzt und unter anderen wurde diese Sendung aus England übertragen. Das war für uns der Wahnsinn.
Sie wurde schon digital übertragen und ich hatte auch das Gerät dazu. Es waren wahnsinnige Stunden voller unglaublicher Musik! Alle denen ich das im Auto vorgespielt hatte, waren begeistert! Der Text von Stefan Müller drückt das alles sehr gut aus. Und was ich in den nächsten Wochen wieder hören werde – Klar! Last Euch infizieren ….
In der Radioszene des wiedervereinigten Deutschland markierte das Jahr 1992 einen Einschnitt: Der einstige DDR-Jugendsender DT64 stand kurz vor der Abwicklung. In der Berliner Nalepastraße wurden nach der Wende kreative Kräfte freigesetzt, und man machte das vielleicht beste Jugendprogramm aller Zeiten, besonders was die musikalische Vielfalt betraf….
Die beiden „Bloodbrothers“ Dave Henley und Justin Langlands hatten ihre Show ganz im Stile der Londoner Piratenradios konzipiert. Dort hatten die beiden ihre Skills Ende der 80er Jahre erprobt. „Out of space – in ya face“, so lautete das Motto…
Der Hamburger Radiomacher Markus Maack, Fan der ersten Stunde, erinnert sich: „Die Sendung hat mich sofort gepackt, weil sie genau die Musik spielten, die ich mochte. Dazu haben die Blood Brothers eine ganz besondere Art der Moderation mit Effekten, Delays und Echos gehabt.“ Gern erinnern sich die Hörer*nen auch an das heisere und verhallte Lachen von Dave – eines der immer wiederkehrenden Stilmittel bei BBBC….
Und was machen Dave und Justin 25 Jahre später? Der eine arbeitet als Haarstylist. Der andere hat gerade damit angefangen, die legendären Radioshows zu digitalisieren und per Mixcloud.com in die Welt zu schicken.
Worüber sich auch Markus Maack von Byte.FM freut: „Musikalisch habe ich in der Show vor allem HipHop-Instrumentals zu lieben gelernt. Statt der Rap-Versionen von Wu-Tang Clan, Gravediggaz oder Notorious BIG haben Justin und Dave sehr gerne einfach nur Instrumentals gespielt“.
© TAZ, Stefan Müller, 25.8.2017