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Buchtipp: Peter Kemper – „The Sound of Rebellion – Zur politischen Ästhetik des Jazz“ von Michael Pilz

Darf ein gestandener deutscher Musikkritiker überhaupt noch über Jazz schreiben? Das fragt sich Peter Kemper selbst – und antwortet darauf mit einem ganzen Buch. Das beste Argument gegen identitäre Sprechverbote liefert ihm ein schwarzer Aktivist.

Über Musik zu schreiben, sei wie zu Architektur zu tanzen. Das berühmteste Bonmot zur Hybris des Musikkritikers wird Frank Zappa zugeschrieben. Zappa sagte auch, der Jazz sei zwar nicht tot, aber er rieche komisch. Und: „Ich bin nicht schwarz, aber es ist sehr oft so, dass ich mir wünsche, nicht weiß zu sein.“

Mit diesem Zitat eröffnet Peter Kemper sein umfassendes und umfangreiches Buch zur Jazzgeschichte und seiner politischen Ästhetik. Dabei ist er sich seines Dilemmas als weißer Musikkritiker bis zum letzten Satz bewusst – einem Zitat des schwarzen Aktivisten und Saxofonisten Archie Shepp: „Der Diskurs zu all diesen Fragen sollte so vielfältig wie möglich sein.“




© Welt, Literatur, 19.10.2023

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