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Chico Freeman & Heiri Känzig: The Arrival“ Intakt CD 251 / 2015

Wenn ich eingeladen werde, dann bringe ich gern etwas Musik mit.
Vor allem CD’s die ich gerade höre und wenn möglich auch noch aktuell sind. So geschehen am Wochenende mit meiner Lieblings CD: Freeman & Känzig: The Arrival.
Der Voluminöse Bass von Heiri Känzig war auch noch auf der Terrasse gut zu hören und der Einstieg mit „One for Eddie Who 2“ ist perfekt! Für mich ist er eine absolute Neuentdeckung.
Er hat einen wunderbaren Groove mit einem sehr guten Sinn für Melodien. Die oft ’singen‘ können. Ray Brown ist einer seiner Vorbilder und mit „Chambers Room“, gibt es auch eine Verneigung vor Paul Chambers, den Bassisten, der mit Elvin Jones am Schlagzeug, zu den Säulen im Quartett von John Coltrane über viele Jahre gehörte.
Der Zufall hat ihn mit Chico Freeman zusammen geführt. Der suchte für ein Konzert mit seinem Quartett noch einen Bassisten und der war dann Heiri Känzig…
Aus einem Interview das Christoph Wagner mit Chico Freeman führte:“…Allerdings gibt es viele Spitzenmusiker in der Schweiz, mit denen ich gerne zusammenarbeite. Der Kontrabassist Heiri Känzig ist so ein Fall, ein absoluter Topmann. Als wir uns trafen, hat es gleich geklickt. Er wurde mir empfohlen, als ich auf der Suche nach einem neuen Bassisten für mein Quartett war. Wir spielten ein Konzert, für das wir nicht einmal proben konnten, dennoch klappte es ausgezeichnet. Es war magisch ! Seither spielen wir zusammen. Die Kombination von Saxophon und Kontrabass behagt mir.“
Chico Freeman’s erdiger Ton, dem Blues verpflichtet, erklärt sich so:
Christoph Wagner: „Sie wohnten auf der Southside von Chicago, wo der Blues zu Hause ist. Spielte der Blues einen Rolle in Ihrem Leben? Freeman:“Absolut! Wenn man es als Musiker in Chicago zu etwas bringen will, muss man jede Art von Musik spielen. Und die Southside war voll von urbanem Blues. Ich spielte mit J.B.Hutto und Buddy Guy – mit jedem, der mir einen Gig anbot. Auch viel mit Soul- und Funkgruppen, ob mit den Four Tops, den Isley Brothers oder den Temptations, auch mit Curtis Mayfield. Ich wurde von den Phenix Horns angeheuert, der Bläsergruppe von Earth, Wind and Fire. Der Saxophonist der Horns war Don Myrick. Er wurde mein Freund. Wenn es einen Saxophonisten brauchte, war ich der erste auf seiner Liste.“

Bei der Bobby Timmons Komposition „Dat Dere“ angekommen, suchten wir noch andere Interpreten heraus, die diesen Titel gespielt haben. Ricky Lee Jones und viele andere.
Und weil uns „The Arrival“ so gut gefiel, drehte sie noch eine Ehrenrunde!
Nicht verpassen !

(c) Jazzthetik 09/10 2015 Ausgabe 266/ Interview Christoph Wagner mit Chico Freeman