„Das ist es, was mit mir geschieht“ Warum man auf Russisch Gefühle leichter ausdrücken kann
Auf Russisch werden die Deutschen Nemzi genannt, die Stummen. Die Slaven dagegen seien gesprächig, denn ihr Name käme von slóvo, das Wort. Und das klingt in deutschen Ohren zunächst einmal sehr fremd. Das Russische hat weiche Vokale und harte Konsonanten, scheint abweisend und zärtlich, grimmig und warm zugleich.
Von Merle Hilbk
Jedenfalls kam es der Autorin Merle Hilbk so vor, als sie Russisch lernte. Erst mit der Zeit merkte sie, dass es auf die Zwischentöne ankommt. Aber die muss man erst einmal zu hören lernen. Merle Hilbk unternimmt eine Reise zu den schwierigen russischen Gefühlslauten, eine Reise zu Sprachlernern und Sprachwissenschaftlern, Künstlern und Politikern und in den Alltag russischer Emigranten in Deutschland, eine Reise zu dem, was früher Russische Seele genannt wurde und vielleicht doch kein Klischee ist.
© SWR 2, Feature, 4.12.2016
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