„Das Leben – ein Zwiespalt“ Eine Lange Nacht über Peter Weiss (2016)

Mit seinem Miniroman „Der Schatten des Körpers des Kutschers“ wurde der damals in Stockholm ansässige Peter Weiss (1916 – 1982) für die deutsche Literatur entdeckt. In Schweden jedoch hatte der von den Nazis in die Emigration gezwungene vielseitige Künstler nicht richtig Fuß fassen können. In Deutschland gelang ihm dann 1964 mit seinem Drama „Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats“ ein Sensationserfolg. Von Lutz Volke. DANKE AN MARTIN O.

Kurz darauf sorgte er wieder für Aufsehen mit einem Dokumentardrama nach Akten des Auschwitz-Prozesses in Frankfurt am Main: „Die Ermittlung“. Zwar wurde er danach in Ost wie in West hofiert, später aber auch wegen seines eigenständigen politischen Denkens geschmäht, mit Verboten und Missachtung belegt. Die DDR verhängte sogar ein Einreiseverbot gegen ihn und verzögerte lange die Herausgabe seines Hauptwerks „Die Ästhetik des Widerstands“.„Einmal Emigrant, für immer Emigrant“, meint seine Witwe, die Bühnenbildnerin Gunilla Palmstierna. Diese große Künstlerin wird uns sozusagen als Kronzeugin durch die Lange Nacht begleiten. Sie lernte Peter Weiss am Ende der 40eer-Jahre kennen und war bis zu seinem Tod im Jahr 1982 – wie sie hervorhebt – „immer dabei“.



© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 29.10.2016

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