Debatte über Musikdiskurs im Netz „Content kills the radio star“
Von Lars Fleischmann (TAZ). Der US-Autor Anthony Fantano diagnostiziert das Ende des Musikdiskurses. Ist etwas dran an der alarmistischen Grabrede?
Das Verdikt von Anthony Fantano fällt eindeutig aus: „Music discourse is dead.“ Mausetot sei die Debatte über Pop, urteilt der US-Autor. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist Fantano als „Internet’s busiest music-nerd“ bekannt. Vor zwei Wochen veröffentlicht er ein zwölfminütiges Video bei Youtube.
Dabei handelt es sich um einen Abgesang. Fantano hält eine Trauerrede auf eine seiner Meinung nach verlorengegangene Kulturform: das intelligente, informierte, enthusiastische und beherzte Gespräch über die schönste Nebensache der Welt – Musik. Auffällig ist, dass Anthony Fantano, der mit den Konten „theneedledrop“ (3 Millionen Follower) und „fantano“ (1,9 Millionen) eine weltweite Fangemeinde versammelt, bislang nicht als pessimistischer Nörgler in Erscheinung getreten war.
© TAZ, Kultur, Musik, 25.4.2025