„Destruktive Fantasien“ Cartoon Music von Cab Calloway und Spike Jones bis John Zorn Von Harry Lachner

Cartoon Music von Cab Calloway und Spike Jones bis John Zorn. Als prägenden Einfluss auf seine Ästhetik der schnellen Schnitte benannte der Saxophonist und Komponist John Zorn die Musik von Carl Stalling, Raymond Scott, Spike Jones und anderen, die in den absurd surrealen Zeichentrickfilmen der 40er- und 50er-Jahre zum Einsatz kam.

Von Harry Lachner

Die Musik selbst verwandelte sich zu bildfreien Cartoons: mit abrupten Tempo-Wechseln, Geräuschen oder einer grotesken Überzeichnungen bekannter Songsfolgte sie einer phantastisch-verrückten Dramaturgie, in der vor allem die spielerische Freisetzung von Destruktivität fasziniert. Ganz besonders ist davon ein bestimmtes Instrument betroffen: das Piano. In der anarchischen Welt der Cartoons muss es als Repräsentant der bürgerlichen Kultur zerstört werden. Jahrzehnte später wurde die rasante Schnittästhetik von Bild und Musik von Musikern wie John Zorn oder David Shea wieder aufgegriffen. Was uns schließlich zur Frage führt: Welche Rolle spielt der Jazz in diesen Zeichentrickfilmen – und wofür steht der beschleunigte Humor im Jazz?


© WDR 3, Jazz & World, 8.11.2017

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