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Detlef Diederichsen Böse Musik: Dämmerung der Majors

Von Detlef Diederichsen (TAZ). Alle hatten große „Künstler“ unter Vertrag und veröffentlichten „sensationelle“ Produkte. Im grauen Streaming-Alltag heute fusionieren die Majorlabels.

Kinder, war das herrlich damals, wenn mal wieder ein Paket aus dem Hause WEA kam! Damals in meinen musikjournalistischen Lehr- und Wanderjahren, die zufällig zusammenfielen mit dem wirtschaftlichen Höhepunkt der Tonträgerindustrie. Es gab in diesen Jahren ja noch richtig viele Majors (fast mehr als Indies) mit tollen Namen wie Phonogram, Ariola oder Electrola – erinnert sich noch jemand? Alle verdienten viel Geld, hatten große „Künstler“ unter Vertrag und veröffentlichten „sensationelle“ „Produkte“.

Doch mein Lieblings-Major war immer WEA. Was daran lag, dass man selbst in den musikalisch tristen späten 1980er Jahren immer hoffen konnte, aus ihren Promo-Paketen neue Veröffentlichungen von Van Dyke Parks, John Zorn oder zumindest Everything But The Girl herausfummeln zu können.

© TAZ, Kultur, Musik, 1.11.2025

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