Musiktipps

Detlef Diederichsen „Böse Musik“: Richtig Schotter mit Johan Röhr und KI

Oder, wie sich mit Spotify in der Anonymität mit KI viel Geld verdienen lässt, den kaum einer kennt Schwedens meistgestreamten Musiker… (Ich frage mich ehrlich, was man noch über Spotify und deren Politik schreiben muss, bis auch der Letzte kapiert, was da gespielt wird. Die wollen euer Geld, die Musiker haben oft nichts davon! @radiohoerer)

Früher, liebe Kinder, wollten junge Menschen, die von einer Karriere in der glitzernden Welt des Popgeschäfts träumten, reich und berühmt werden. Heute wollen sie immer noch reich werden, aber anonym bleiben. Nicht etwa weil sie gemäß der alten Techno-Ideologie das Starsystem als überkommen und eitel ablehnen, sondern weil sich in der Anonymität viel besser munkeln und eben reich werden lässt.

Vorhang auf für Johan Röhr, einen schwedischen Komponisten, auf dessen Story ich durch Fabian Schuetzes immer interessanten Newsletter „Low Budget High Spirit“ stieß. Im März veröffentlichte die schwedische Tageszeitung Dagens Nyheter eine Recherche, die Röhr als Schwedens meistgestreamten Musiker identifizierte. Obwohl kaum jemand seinen Namen kennt, ist er mit rund 15 Milliarden Streams unter den 100 meistgestreamten Künst­le­r*in­nen weltweit, liegt vor Michael Jackson, Mariah Carey und Metallica und rückt immer näher an die Beatles heran.



© TAZ, Kultur, Musik, 23.4.2024

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