Die Entfremdungs-Lüge – Wie rechte Netzwerke das Familienrecht unterwandern
Von Heiko Rahms und Stephanie Schmidt. Immer öfter verlieren Mütter das Sorgerecht für ihre Kinder, selbst wenn der Vater gewalttätig ist. Der Vorwurf der „Entfremdung“ – das sogenannte „Parental-Alienation-Syndrom“ (PAS) ist zu einem schlagkräftigen Instrument an Familiengerichten geworden.
„Parental Alienation Syndrome“: Wie ein umstrittenes Konzept Sorgerechtsentscheidungen beeinflusst.
Dabei ist das angebliche Syndrom unwissenschaftlich und frauenfeindlich. Einige Länder haben es als Argument in Sorgerechtsverfahren bereits verboten. In anderen europäischen Ländern ist es dagegen auf dem Vormarsch. Auch in Deutschland.
Das Bundesverfassungsgericht hat im November 2023 auf diesen Missstand hingewiesen und auch der Europarat ermahnt Deutschland für viele familiengerichtliche Verfahren, in denen mit PAS argumentiert wird. Denn der Vorwurf der angeblichen „Entfremdung“ des Kindes durch die Mutter gegenüber dem Vater führt regelmäßig zu einer Täter-Opfer-Umkehr.
© SWR Kultur, Feature, 13.6.2025