Und trotzdem! Eine „Lange Nacht“ über Zuversicht
Von Gesine Schmidt. In unserer Zeit voller Krisen scheint die Zukunft ungewiss, fragil und potenziell bedrohlich. Als Reaktion darauf haben die Begriffe Zuversicht und Hoffnung seit einiger Zeit Hochkonjunktur. Doch worauf lohnt es sich zu hoffen?
In unserer Gegenwart multipler Krisen haben die klassischen Fortschrittserzählungen und Wohlstandserwartungen an Überzeugungskraft verloren. Die Zukunft erscheint ungewiss, fragil und als etwas potenziell Bedrohliches. Es herrscht ein gesellschaftliches Klima der Angst und der Erwartung des Verlustes. Dystopien dominieren den öffentlichen Diskurs. Als Reaktion darauf haben die Begriffe Zuversicht und Hoffnung seit einiger Zeit Hochkonjunktur. Doch worauf lohnt es sich zu hoffen? Für den tschechischen Autor, Menschenrechtler und Staatspräsidenten Václav Havel war die Hoffnung „nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat – ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“ Für die Klimaaktivistin Greta Thunberg stellt sie eine Gefahr dar, die zur Passivität verleitet und vom Handeln abhält. Wenn Hoffnung als Prinzip in dieser Weise Kritik auf sich zieht – ist Zuversicht eine Alternative? Worin unterscheiden sich Hoffnung und Zuversicht? Wie schafft man es, der Wirklichkeit ins Auge zu gucken und dabei nicht zu verzweifeln? Was braucht man, um handeln zu können? Kann Zuversicht trainiert werden wie ein Muskel? Und was können die Wissenschaften dazu beitragen? Die Lange Nacht reflektiert die Kunst der Zuversicht in Krisen, die Unverfügbarkeit von Hoffnung – und erörtert Resilienz und Verletzlichkeit des einzelnen und Möglichkeiten von Transformationsprozessen mit Expert:innen der Lebenskunst.
© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 24.5.2025