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„Die Natur der Traurigkeit“ Amália Rodrigues, die große Stimme des Fado Von Florian Heurich

Durch sie wurde eine Volksmusik zur Kunst, ein Gesang der einfachen Bevölkerung gesellschaftsfähig. Eine Musik des zwielichtigen Milieus kam auf die große Bühne. Amália Rodrigues machte den Klang Portugals international bekannt, und der Fado erlebte ab den 1950er Jahren seinen großen Aufschwung.

Ihrerzeit war sie eine Revolutionärin dieser Musik, heute ist sie eine Klassikerin, und ihre Lieder werden von allen Fadistas gesungen. Amália machte aus der Musik, die in den Lissaboner Armenvierteln entstanden war, eine ausgefeilte Kunstform. Wichtige portugiesische Dichter schrieben Texte für sie. Sie verband das Populäre mit dem Intellektuellen. Da sie selbst aus einfachen Verhältnissen stammte, konnte sie mit ihrer ausdrucksstarken, unverwechselbaren Stimme die Essenz des Fado mit seiner Mischung aus Weltschmerz und Lebenslust zum Ausdruck bringen, wie keine zweite.
Florian Heurich zeichnet das Porträt dieser Grande Dame des Fado, die den Weg geebnet hat für alle nachfolgenden Generationen.



© BR Klassik, Musik der Welt, 20.6.2021

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