Die Radiotipps für den 15.2.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht
„Wurzel, heilig, variabel“ Die Lange Nacht der Familie und ihrer Formen
Von Brigitte Jünger Regie: Uta Reitz
Alle Menschen dieser Welt entstammen einer, wie auch immer zusammengesetzten Gemeinschaft, für die wir das Wort Familie benutzen. Diese Gemeinschaft schützt den Einzelnen, befördert seine Entwicklung, sorgt für seine Sozialisation und vermittelt die Werte einer Gesellschaft – so gut sie es denn kann. Wie sich Familien im Einzelnen zusammensetzen, spielt für diese Funktionen grundsätzlich keine Rolle. Es gibt Völker, die eine Ehe nach westlicher Vorstellung nicht kennen oder das Zusammenleben von Männern und Frauen ablehnen. Auch so kann Familie funktionieren. Die Kernfamilie aus Vater, Mutter, Kind(ern), die im westlichen Kulturkreis weiterhin als normal gilt, ist ein eher junges gesellschaftliches Konstrukt. Lange bedeutete Familie eine Hausgemeinschaft, in der ein Patriarch, der Pater familias, das Sagen über Frau, Kinder, Verwandte, Personal und Vermögen hatte. Ökonomische Zwänge, religiöse und soziale Vorstellungen haben die Art und Weise, wie sich Familie zusammensetzt, von jeher bestimmt. Heute ist das kulturelle Ideal der Kernfamilie eine unter anderen Lebensformen. Ein-Elternfamilien, Patchworkfamilien, Regenbogenfamilien oder Co-Elternschaften sind legitime Lebensformen, auch wenn nicht alle, die sich darin als Eltern verstehen, juristisch anerkannt sind.
14:00 Uhr Ö1 Hörspiel
„Dankbarkeiten“ von Delphine de Vigan
Übersetzung aus dem Französischen: Doris Heinemann
Ton: Andreas Völzing und John Krol
Dramaturgie: Andrea Oetzmann
Hörspielbearbeitung und Regie: Irene Schuck (SWR 2020)
Michka ist 84 Jahre und kann nicht mehr allein leben. Sie hat als Fotoreporterin und Korrektorin ein freies, unabhängiges Leben geführt – nun leidet sie an Aphasie: sie verwechselt Worte, findet manche nicht, vergisst Buchstaben oder vertauscht diese. Ihre Nachbarin und junge Freundin Marie möchte sie bei sich aufnehmen, doch Michka entscheidet sich dafür, in ein Seniorenheim zu gehen. Dort lernt sie den Logopäden Jérôme kennen, den Michka mit ihrem Humor und ihrer Analysefähigkeit beeindruckt. Michka hat einen wichtigen Wunsch: Sie möchte, nun da sie alt ist und bald sterben wird, ihre tiefe Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Sie begibt sich auf die Suche nach dem Ehepaar, das sie während des Zweiten Weltkriegs versteckt hat. Ihre jüdische Mutter hatte sie dorthin gebracht. Sowohl Marie als auch Jérôme begeben sich für Michka auf die Suche.
17:05 Uhr Ö1 Diagonal
In memoriam Martin Pollack. Der Kartograf des Vergessens.
Anschl.: Diagonals Feiner Musiksalon: Federico Albanese – „Blackbirds and the Sun of October“
„Im Frühsommer 2003 fuhr ich mit meiner Frau nach Südtirol, zum Brenner, um den Bunker zu suchen, in dem vor 56 Jahren mein Vater tot aufgefunden worden war.“ Als Martin Pollack diesen Satz schrieb – den Beginn des Buchs „Der Tote im Bunker“ – hatte er sich längst einen Namen gemacht: als Autor, als Übersetzer, als Historiker und Literaturvermittler und „Spiegel“ Korrespondent in Warschau und Wien.
18:00 Uhr radio 3 Orte und Worte
Mit Drehbuchautorin Beliban zu Stolberg in einem kurdischen Restaurant
Am Mikrofon: Nadine Kreuzahler
Beliban zu Stolberg schreibt Drehbücher und Romane. Mit Nadine unterhält sie sich zum Start der Berlinale – den Internationalen Filmfestspielen von Berlin – über ihre Arbeit. Sie erzählt, warum das Schreiben für den Film sich für sie wie die Arbeit einer Designerin oder Tischlerin anfühlt, während sie die Kreation von Prosa eher mit dem Wachsen einer Pflanze vergleicht.
18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
„Angst, Wut, Hoffnung“ Das rassistische Attentat von Hanau und die Folgen
Von Sebastian Friedrich Mit: Serkan Kaya
Regie: Hannah Georgi Ton: Gerd Nesgen. Deutschlandfunk Kultur/NDR 2025 (Ursendung)
Am 19. Februar 2020 verlor Serpil Temiz Unvar ihren Sohn Ferhat beim rassistischen Anschlag von Hanau. Seitdem kämpft sie mit der „Bildungsinitiative Ferhat Unvar“ gegen Rassismus. Das Feature begleitet Angehörige, Überlebende und Weggefährten zwischen Trauer, Aktivismus und Wut.
18:20 Uhr SWR Kultur Jazz
Homezone – Jazz in Südwest: Space in Between beim Jazz College in Mannheim (3/3)
Von Konrad Bott
20:00 Uhr ByteFM Electro Royale Musik aus Strom mit Martin Böttcher
Jetzt wird’s emotional!
Elektronische Musik mit Seele darum geht es in der neuen Ausgabe von Electro Royale. Mit dabei: Cosmic Baby, Ada, Lawrence, der Superpitcher und viele andere.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel
„Songplay (eine Sekunde für die Wiesel)“ Von Ivana Sajko
Übersetzung aus dem Kroatischen: Alida Bremer
Regie und Bearbeitung: Erik Altorfer
Komposition: Martin Schütz
Ton und Technik: Michael Morawietz und Oliver Dannert Deutschlandfunk 2023
Eine Schallmauer wird durchbrochen – der Lärm ähnelt einer Bombenexplosion. Wir halten uns die Ohren zu. Wie weit reicht unsere Vorstellungskraft in diesem Moment, dieser einen Sekunde, in der wir glauben, dass ein Krieg begonnen hat?
22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert
John Mayall und Alexis Korner
John Mayall kam in Begleitung von Gitarrist Mick Taylor, Bassist Steve Thompson und Schlagzeuger Colin Eric Allen nach Bremen und hat eine fulminante Show in der Glocke gespielt. Am 22. Juli 2024 ist er im Alter von 90 Jahren gestorben. Wir erinnern mit dieser historischen Aufnahme. Und: Alexis Korner – der in Paris geborene Brite war sogar noch ein Stück vor Mayall eine prägende Figur in der britischen Bluesbewegung. Ein Ausschnitt eines Konzertes von 1970.
22:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Die besondere Aufnahme
„Lines of life“ – Schubert und Kurtág Benjamin Appl über sein neues Album
Lieder von Franz Schubert und György Kurtág hat der Bariton Benjamin Appl eingesungen – immer mit kritischem Ohr dabei: Kurtág selbst.
Benjamin Appl, Bariton
Pierre-Laurent Aimard, Klavier
James Balliou, Klavier
György Kurtág, Klavier
22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik
Zuflucht – Neue Werke von Erwin Koch-Raphael
Evelin Degen, Flöte
Matthias Geuting, Orgel
Clemens Löschmann, Tenor
Ensemble PULSE (Bremen)
Aufnahmen vom 7.11.2024 in St. Stephani, Bremen
Am Mikrofon: Hanno Ehrler
Drei Uraufführungen erklangen im Konzert zum 75. Geburtstag des Komponisten Erwin Koch-Raphael am 7. November 2024 in der Bremer Kulturkirche St. Stephani. Eines der neuen Werke ist für Flöte und Orgel geschrieben und heißt „Zuflucht“. Der Titel deutet darauf hin, dass Erwin Koch-Raphael vor allem die Lage der Welt bewegt. Mit seinen Kompositionen bezieht er dazu Position, indem er Probleme wie Migration oder Klimakrise thematisiert. Musikalisch äußert sich das zum einen in hochdifferenzierten leisen Klanggebilden. Daneben stehen Passagen mit sehr klaren, kraftvollen musikalischen Gesten. Neben Koch-Raphaels Werken standen auch zwei Stücke seines Lehrers Isang Yun auf dem Programm.
23:00 Uhr HR 2 The Artist’s Corner
„Kennen Sie Musik, die man nur am Lautsprecher hören kann?“
Elektronische Musik aus Studios in aller Welt, vorgestellt von Karlheinz Stockhausen
Teil 6/13 – Studios in Tokyo (NHK) und New York (Colombia University)
23:03 – 02:00 Uhr SWR Kultur Ohne Limit
Krieg der Wellen – „Club-Nacht-Special“ mit Wigald Boning und Gästen
Hörspiel von Roland Schimmelpfennig
Musik und Regie: Klaus Buhlert (Produktion: hr 2000)
anschließend ca. 0.10 Uhr: Musik von Peter Brötzmann, Fred van Hove, Albert Mangelsdorf und Han Benning
23:03 Uhr WDR 3 Studio Akustische Kunst
„Klang 21“ – Sound-Hommage an einen Experimentalfilm
Vor 100 Jahren veröffentlichte der Dadaist Hans Richter zwei seiner bahnbrechenden Experimentalfilme gebündelt unter der Überschrift „Film ist Rhythmus“. Der Komponist Gerald Schauder übersetzt den ersten „Rhythmus 21“ ins Akustische: „Klang 21“.
23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht
„Wurzel, heilig, variabel“ Die Lange Nacht der Familie und ihrer Formen.
Von Brigitte Jünger Regie: Uta Reitz
Alle Menschen dieser Welt entstammen einer, wie auch immer zusammengesetzten Gemeinschaft, für die wir das Wort Familie benutzen. Diese Gemeinschaft schützt den Einzelnen, befördert seine Entwicklung, sorgt für seine Sozialisation und vermittelt die Werte einer Gesellschaft – so gut sie es denn kann. Wie sich Familien im Einzelnen zusammensetzen, spielt für diese Funktionen grundsätzlich keine Rolle. Es gibt Völker, die eine Ehe nach westlicher Vorstellung nicht kennen oder das Zusammenleben von Männern und Frauen ablehnen. Auch so kann Familie funktionieren. Die Kernfamilie aus Vater, Mutter, Kind(ern), die im westlichen Kulturkreis weiterhin als normal gilt, ist ein eher junges gesellschaftliches Konstrukt. Lange bedeutete Familie eine Hausgemeinschaft, in der ein Patriarch, der Pater familias, das Sagen über Frau, Kinder, Verwandte, Personal und Vermögen hatte. Ökonomische Zwänge, religiöse und soziale Vorstellungen haben die Art und Weise, wie sich Familie zusammensetzt, von jeher bestimmt. Heute ist das kulturelle Ideal der Kernfamilie eine unter anderen Lebensformen. Ein-Elternfamilien, Patchworkfamilien, Regenbogenfamilien oder Co-Elternschaften sind legitime Lebensformen, auch wenn nicht alle, die sich darin als Eltern verstehen, juristisch anerkannt sind.