Die Radiotipps für den 24.5.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht
„Und trotzdem!“ Eine Lange Nacht über Zuversicht
Autorin: Gesine Schmidt Regie: die Autorin
Die Lange Nacht über Zuversicht ist ein Beitrag zur Denkfabrik 2025: Machen statt meckern! Was passiet, wenn alle mit anpacken …
In unserer Gegenwart multipler Krisen haben die klassischen Fortschrittserzählungen und Wohlstandserwartungen an Überzeugungskraft verloren. Die Zukunft erscheint ungewiss, fragil und als etwas potenziell Bedrohliches. Es herrscht ein gesellschaftliches Klima der Angst und der Erwartung des Verlustes. Dystopien dominieren den öffentlichen Diskurs. Als Reaktion darauf haben die Begriffe Zuversicht und Hoffnung seit einiger Zeit Hochkonjunktur. Doch worauf lohnt es sich zu hoffen? Für den tschechischen Autor, Menschenrechtler und Staatspräsidenten Václav Havel war die Hoffnung „nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat – ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“ Für die Klimaaktivistin Greta Thunberg stellt sie eine Gefahr dar, die zur Passivität verleitet und vom Handeln abhält. Wenn Hoffnung als Prinzip in dieser Weise Kritik auf sich zieht – ist Zuversicht eine Alternative? Worin unterscheiden sich Hoffnung und Zuversicht? Wie schafft man es, der Wirklichkeit ins Auge zu gucken und dabei nicht zu verzweifeln? Was braucht man, um handeln zu können? Kann Zuversicht trainiert werden wie ein Muskel? Und was können die Wissenschaften dazu beitragen? Die Lange Nacht reflektiert die Kunst der Zuversicht in Krisen, die Unverfügbarkeit von Hoffnung – und erörtert Resilienz und Verletzlichkeit des einzelnen und Möglichkeiten von Transformationsprozessen mit Expert:innen der Lebenskunst.
05:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Aus den Archiven
„Lili Marlene – Eine Legende“ Von Barry Graves und Waldemar Overkämping. RIAS Berlin 1976
Sie hat das Lied international bekannt gemacht, damit wurden Lili Marlene und Marlene Dietrich eins. Sie ist ein Phänomen ewiger Jugendlichkeit, Schönheit und Intelligenz und die berühmteste in Deutschland geborene Frau aller Zeiten: Marlene Dietrich – meinen zumindest die Macher der Sendung: Barry Graves und Waldemar Overkämping, zwei RIAS-Urgesteine. Sie haben einige ihrer prominenten Freunde und Freundinnen wie Hildegard Knef und Heinz Rühmann, aber auch die damalige Bundestagspräsidentin Annemarie Renger und Publizistin Alice Schwarzer, die sie bewunderten, nach ihren Meinungen, Erwartungen und Erinnerungen gefragt. Eine Erkenntnis, die immer wieder in der Sendung auftaucht: Marlene Dietrich hat es nicht verwunden, dass die Deutschen ihr gegenüber so unfreundlich gewesen seien nach dem Krieg, weil sie nie begriffen hat, warum – sie sei nie gegen Deutschland gewesen, sondern immer nur gegen die Nazis.
13:05 Uhr Bayern 2 Radiofeature
„Die dunkle Aufklärung“ Trump, Vance und ihre radikalen Schattenmänner
Ein Feature von Ralph Glander BR 2025
In diesem Radiofeature spielen Silicon Valley Unternehmer wie Elon Musk und Peter Thiel eine wichtige Rolle. Wer mehr darüber wissen möchte, wie diese Unternehmer so (einfluss-) reich geworden sind, der sollte unbedingt die neueste Staffel vom Podcast Wild Wild Web hören. Im Dreiteiler Bad Bromance geht es um den Aufstieg der „Paypal-Mafia“, wie manche Musk, Thiel und weitere Unternehmer nennen. Janne und André zeigen auch, dass libertäre und radikal konservative Ideen schon lange im Silicon Valley kursieren.
14:00 Uhr Ö1 Hörspiel
Zum 84. Geburtstag von Bob Dylan: „Dylan denken“. Von Theo Roos und Günther Janssen.
Dass Hörspiel vielseitig sein kann und sein soll, das zeigt das Hörspiel „Dylan denken“. Es ist eine sorgfältig angelegte Collage, die einen der größten Künstler der Gegenwart würdigt: Bob Dylan. Kenner und Kennerinnen des Songwriters, Lyrikers und Musikers widmen ihm eigenwillige Coverversionen, die sich wundervoll in ein akustisches Geschenk fügen. Man hätte das Stück auch „Dylan hören“ oder „Dylan fühlen“ nennen können, denn es wirkt körperlich. Es geht nicht um die permanente Dekonstruktion des Gesagten oder/und Gesungenen, sondern darum, Dylan zu spüren: musikalisch und interpretativ biografisch. Coverversionen und philosophische Ansichten steuerten der deutsche Kulturwissenschaftler Klaus Theweleit, die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz und die Autorin Elisabeth Bronfen bei.
18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
„Kreuzberger Gefechte“ Ein Zaun um den Görlitzer Park?
Von Lorenz Rollhäuser Regie: der Autor. Ton und Technik: der Autor
Dramaturgie: Katrin Moll Deutschlandfunk Kultur 2025 (Ursendung)
Der Berliner Senat will den „Görli“ nachts schließen. In Kreuzberg ist der Widerstand groß. Das war nicht anders zu erwarten. Kreuzberg ist immer dagegen. Aber hat der Bezirk auch Lösungen für die Probleme?
18:20 Uhr SWR Kultur Jazz
„Get Happy, All You Sinners!“ – Jazz und Religion. Von Henry Altmann
„Get ready for this scat sermon, get happy, all you sinners!“ – „Seid bereit für meine Scat-Predigt, werdet glücklich all ihr Sünder“: Mit solchen Zeilen feuerte Cab Calloway sein Publikum im Duktus afro-amerikanischer Prediger an. Gospelgrooves „jazzen“ Bluestunes in die Charts, „Jazzing religion“ oder „Jazz religion“ – Religion aufpeppen oder Jazz als Religion, zeitweise konkurrierten die Genres sogar um Anhänger. Ray Charles oder James Brown kondensierten religiöse Intensität mit Musik in säkularen Schweiß. Und manche wie Duke Ellington brachten den Jazzclub sogar wieder in die Kirche zurück.
19:00 Uhr HR 2 Blues’n’Roots
Blue Notes in vielen Farben | heute unter anderem mit: Little Feat w/Larkin Poe, Tommy Castro
20:00 Uhr ByteFM Electro Royale Musik aus Strom mit Martin Böttcher
Beschmutzte Liebe!
60 Jahre ist sie alt, die Originalversion von Tainted Love. Sängerin Gloria Jones hat zur Feier des Ganzen einen Technomix ihres Hits erstellen lassen. Höhe- oder Tiefpunkt der neuen Ausgabe von Electro Royale? Die einen sagen so, die anderen so!
20:03 Uhr ARD Oper
Unsuk Chin: „Die dunkle Seite des Mondes“ Oper in 2 Akten
Chor der Hamburgischen Staatsoper
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Leitung: Kent Nagano (Uraufführung vom 18. Mai 2025 in der Staatsoper Hamburg)
20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel
Die Erschöpften (8+9/10) Systemwechsel + Geisterstunde. Von Oliver Sturm
Ton und Technik: Jean-Boris Szymczak
Komposition: Andreas Bick Regie: der Autor
NDR/Deutschlandfunk 2025
Folge 8: Von den Katakomben der Klinik bis ins Gehölz nahe der Lufthütten: Sven und Clawdia sind einander leidenschaftlich verfallen. Der Unternehmensberater, Sven, der eigentlich Firmen vor dem Untergang retten und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken soll, braucht selbst einen Transformationscoach. Sein auf Effizienz getuntes Leben war bisher im Fast-forward-Modus. Als er bei der Liegekur Dr. Gärtner von seinem Burnout berichtet, trifft Besuch ein. Cleo! Auslöser dürfte eine Postkarte gewesen sein, die eigentlich Madame Chauchat hätte erhalten sollen. Trotz der Schwierigkeiten, ein Gästezimmer zu finden, arrangiert Violet Smith, dass Cleo zwei Nächte bei Sven bleiben kann. Beim Abendessen nimmt Cleo ihre russische Konkurrenz genau in den Blick. Als Clawdia den Crayon auspackt, den Cleo ihrem Sven schenkte, greift Cleo zum Champagnerglas. Splash!
22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert
„Rodrigo y Gabriela“ Mitschnitt vom 23. Mai 2005, Sendesaal Bremen
Es ist eine erstaunliche musikalische Wandlung, die Rodrigo Sánchez und Gabriela Quintero hingelegt haben. Die beiden stammen aus Mexiko, wurden 1973 bzw. 1974 geboren und haben zunächst gemeinsam in einer Thrash Metal Band gespielt.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik
„Genesis“ Über die Zusammenarbeit von Bernd Franke mit dem Jazzpianisten Michael Wollny. Von Rainer Schlenz
Es ist nicht Bernd Frankes erste Annäherung an den Jazz, aber die bisher konsequenteste. Bereits 2011 hatte der Leipziger Komponist mit dem Orchesterstück „Praya Dubia“ eine eindrucksvolle Nähe zu den Klängen des verstorbenen schwedischen Jazzpianisten Esbjörn Svensson hergestellt. Für das Klavierkonzert „Genesis“ ist Franke noch einen Schritt weitergegangen: Er hat eine hierzulande bekannte Jazzgröße, den Pianisten Michael Wollny, für eine Zusammenarbeit gewinnen können. Wollny wiederum hat als improvisierender Musiker viel Erfahrung in der Annäherung an klassische Sphären. Die Entstehung von „Genesis“ ist folglich auch die Geschichte eines ungewöhnlichen Zusammenwachsens zweier unterschiedlicher Künstler über Jahre.
23:00 Uhr ByteFM Antikörper mit Mark Kowarsch
Police Oppression
Am Samstag, den 24. Mai 2025 stellt euch Antikörper Moderator Mark Kowarsch neue Musik vor, und erfüllt auch noch ein paar Hörerwünsche. Freut euch auf Musik von The Lemonheads, Split System, Viagra Boys, Akne Kid Joe, Pissed Jeans, Laxisme, The Milkshakes, The Louvin Brothers, Bob Junior x Kidsnot$aints, Dirt Shit, Ty Segall, Smiley Culture, Quent, McKinley Dixon, The Sex Organs, Troy Hess, Current Swell und The Birthday Party.
23:00 Uhr HR 2 The Artist’s Corner
Die Stimme: Instrument des Jahres 2025
Ein grandioses Werkzeug Neuer Musik. Sendereihe mit Julia Mihály (Teil 3 von 4)
In einer kleinen Sendereihe spürt die Frankfurter Komponistin und Sängerin Julia Mihály den wechselhaften Wanderungen der Stimme durch die avancierten Klanglandschaften im 20./21. Jahrhundert nach. Zu Wort kommen in den vier Sendungen u.a. die Komponistinnen Georges Aperghis, Karlheinz Essl, Harald Muenz, Annette Schmucki, Charlotte Seither, die Sängerinnen Daniel Gloger, Salome Kammer, Christian Kesten, Susanne Leitz-Lorey, Angelika Lutz, Ute Wassermann und der Dirigent Walter Nußbaum sowie der HNO-Arzt und Phoniater Markus M. Hess vom Hamburger Medical Voice Center.
23:03 Uhr SWR Kultur Ohne Limit
„Theogonie (2/2)“ Hörstück von Raoul Schrott als Nachdichtung des gleichnamigen Werks von Hesiod und ergänzt um syro-anatolisch und hethitische Quellen
Einrichtung, Musik und Regie: Klaus Buhlert
(Produktion: SWR/NDR 2014)
Der zweite Teil erzählt von Prometheus, der den Menschen das Feuer brachte, von dem Kampf der Titanen oder vom Tartaros. Die Musen hauchten dem Dichter Hesiod am Gipfel des Berges Helikon ihre Stimme ein, weihten ihn als Verkünder einer neuen Götterlehre. – So schildert Hesiod das Entstehen der Welt, erzählt von den Kämpfen und Liebschaften der Götter, von Zeus‘ Machtergreifung (vgl. erster Teil), von Dämonen und Monstern.
23:03 Uhr WDR 3 Studio Akustische Kunst
Arsenije Jovanović (1932-2025)
Der am 14. Mai 2025 verstorbene Arsenije Jovanović war ein feste Größe der europäischen Radiokunstszene, aber auch Regisseur Terrence Malick verwendete Jovanovićs Kompositionen in seinen Filmen. Angefangen hat Arsenije Jovanovic als Theatermann und Drehbuchautor. Die Affinität für Sound und das Arrangieren von Klängen ist ein bisschen später dazugekommen. Zahlreiche Hörstücke entstanden für das Studio Akustische Kunst bei WDR 3. Für das tschechische und österreichische Radio komponierte er zuletzt „The Unfinished Diary of the Sailing Ship Galiola Nuria“.
23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht
„Und trotzdem!“ Eine Lange Nacht über Zuversicht
Autorin: Gesine Schmidt Regie: die Autorin
Die Lange Nacht über Zuversicht ist ein Beitrag zur Denkfabrik 2025: Machen statt meckern! Was passiet, wenn alle mit anpacken …
In unserer Gegenwart multipler Krisen haben die klassischen Fortschrittserzählungen und Wohlstandserwartungen an Überzeugungskraft verloren. Die Zukunft erscheint ungewiss, fragil und als etwas potenziell Bedrohliches. Es herrscht ein gesellschaftliches Klima der Angst und der Erwartung des Verlustes. Dystopien dominieren den öffentlichen Diskurs. Als Reaktion darauf haben die Begriffe Zuversicht und Hoffnung seit einiger Zeit Hochkonjunktur. Doch worauf lohnt es sich zu hoffen? Für den tschechischen Autor, Menschenrechtler und Staatspräsidenten Václav Havel war die Hoffnung „nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat – ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“ Für die Klimaaktivistin Greta Thunberg stellt sie eine Gefahr dar, die zur Passivität verleitet und vom Handeln abhält. Wenn Hoffnung als Prinzip in dieser Weise Kritik auf sich zieht – ist Zuversicht eine Alternative? Worin unterscheiden sich Hoffnung und Zuversicht? Wie schafft man es, der Wirklichkeit ins Auge zu gucken und dabei nicht zu verzweifeln? Was braucht man, um handeln zu können? Kann Zuversicht trainiert werden wie ein Muskel? Und was können die Wissenschaften dazu beitragen? Die Lange Nacht reflektiert die Kunst der Zuversicht in Krisen, die Unverfügbarkeit von Hoffnung – und erörtert Resilienz und Verletzlichkeit des einzelnen und Möglichkeiten von Transformationsprozessen mit Expert:innen der Lebenskunst.