Radiotipps

Die Radiotipps für den 5.4.2025

Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.


00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht

„Ich habe als Philosoph gelebt.“ Eine Lange Nacht über Giacomo Casanova
Von Agnese Grieco Regie: Giuseppe Maio

Den bis in unsere Gegenwart hallenden Ruf, der seinen Namen zu einem Gattungsbegriff werden ließ, hat Casanova sich als sagenhafter Verführer verdient. Aber er war viel mehr als nur ein Frauenverführer und das auch in einem vielfältigeren Sinne als es das schlechte Erinnerungsvermögen der Nachwelt im Gedächtnis behalten wollte. Giacomo Casanova, vor 300 Jahren, am 02. April 1725 in Venedig geboren, war schon mit sechzehn Jahren ein Doktor der Rechte, war ein Gesandter und Spion im Dienst gegeneinander intrigierender Mächte, ein Hofmann, ein Geiger aus Laune, ein Geistlicher aus Not, ein Spieler, ein Betrüger, ein Abenteurer und übersetzte die Ilias ins Venezianische. Und er war ein Libertin und ein Verführer, vor allem aber ein Schriftsteller. Casanova trägt viele Masken – mit Bravour.


14:00 Uhr Ö1 Hörspiel In memoriam Barbara Frischmuth

„Iris Elegantissima“ von Barbara Frischmuth
Ton: Josef Relinger, Regie: Götz Fritsch (ORF/SWR 2001)

In ihrem Hörspiel „Iris Elegantissima“ spaziert ein Mann gedankenverloren durch den Botanischen Garten. Es ist Muttertag, und er kommt sich fehl am Platz vor. Außer ihm ist niemand alleine hier. Nur er ist allein. Sein Nachdenken wird zur Grübelei über grundlegende Fragen des Lebens. Um sich abzulenken, versucht der Mann, am sonntäglichen Treiben teilzunehmen, aber die Plätze im Café sind alle schon besetzt. So kehrt er zurück zu den exotischen Blumen des Gartens und ihren Schildern mit den lateinischen Namen, er bleibt vor ihnen stehen – und findet eine ungewöhnliche Freundin …


18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature

„Das Fass der Pandora“ Kinder und soziale Medien
Von Elisabeth Weilenmann Regie: die Autorin
Ton und Technik: Kai Schliekelmann und Chris Richter NDR 2024
„Wir verlieren unsere Kinder“, sagt die Lehrerin Silke Müller. Ein Feature über Handysucht, mentale Gesundheit und eine Generation am Abgrund – getrieben von der Frage: Was können wir tun?
Die Alarmsignale sind schrill und werden von vielen Studien belegt: Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen dem Zuwachs an psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzuständen bei Kindern und Jugendlichen und der Zeit, die sie mit dem Handy verbringen. Hier kommen sie oft sehr früh mit Pornos, Gewaltdarstellungen, Tierquälerei und vermeintlich perfekten Körpern in Kontakt. Die Lehrerin Silke Müller, selbst Mutter eines Sohnes, warnt in ihrem Buch „Wir verlieren unsere Kinder“ vor diesen Entwicklungen. Das Feature lässt nicht nur sie und die Eltern, sondern auch die Kinder zu Wort kommen. Noch ist es vielleicht nicht zu spät.


18:20 Uhr SWR Kultur Jazz

Me and My Music – Laura Totenhagen. Von Konrad Bott
Laura Totenhagen nimmt das schärfste Besteck der Gesangstechnik und zerlegt ihre Stimme damit in kleinste Einzelteile. Diese Einzelteile legt sie den Zuhörenden dann vor – mit morbidem Charme und gnadenloser Ernsthaftigkeit. Vor dem, was die klassisch ausgebildete Sängerin und Komponistin in ihrer Musik heraufbeschwört, kann man nur entweder zurückweichen oder in Ehrfurcht erstarren. Wählen Sie den Weg mit uns in die musikalische Welt von Laura Totenhagen – durch Musik und Interviewfragmente der Künstlerin!


19:00 Uhr HR 2 Jazz and More

An den Rändern des Jazz und aus dem Dschungel der Neuveröffentlichungen
Heute mit: Yelena Eckemoff: Scenes From The Dark Ages | Damian Marhulets: Magic Madness Sadness | Gabi Hartmann: La Femme Aux Yeux De Sel | Stefano Bollani & Iiro Rantala: Jazz at Berlin Philharmonic XV | Paolo Fresu/Richard Galliano/Jan Lundgren: Mare Nostrum IV.


19:03 Uhr Bayern 2 Zündfunk

Zündfunk Playback: Nick Drake und sein Album “Pink Moon” Mit Michael Bartle
Tom Verlaine, war ein großer Fan, David Geffen ebenso. Und VW hat sogar einen Song von Nick Drake verwendet – mit Pink Moon wollte man Cabriolets verkaufen. Offenbar ist Nick Drake immer noch relevant, denn viele Musiker*Innen covern ihn heute noch, auch die Musikerin Feist. Und noch immer oder immer wieder erscheinen Bücher über Nick Drake – gerade ist „Eine Annäherung“ vom deutschen Philosophie-Professor Jürgen Goldstein rausgekommen – über das auch heute noch schwer zu dechiffrierende Mysterium, denn Nick Drake hat kaum Videos und keine Tagebücher hinterlassen. Diese „Annäherung“ hat auch mein Kollege Hendryk Proske von MDR-Kultur empfohlen, man könne in den Zeilen richtiggehend versinken – gut 50 Jahre nach dem Tod von Nick Drake. Jürgen Goldstein schreibt:
„Wer Nick Drake hört, betritt eine eigene Welt. Es sei so, als würde man einen stillen, mit Eichenholz vertäfelten Raum betreten, gesprenkelt mit Sonnenlicht, ein sich öffnendes Zimmer, dessen Veranda-Türen in einen Garten mit sattem Grün führen, weit weg vom Lärm der Stadt. Nick Drakes Musik ist ein Versprechen von Echtheit, Tiefe und Fülle, jenseits der großartig glitzernden Oberfläche der Popmusik.“
Nick Drakes letztes Album „Pink Moon“ ist vor mittlerweile 52 Jahren erschienen, es ist aber immer noch gut und berührt. Dieses Zündfunk Playback erzählt die Geschichte von Nick Drake. Das immer wieder perpetuierte Klischee geht so: Er war vielleicht einer der traurigsten und tragischen Helden des Songwritings, gleichzeitig aber einer, der so ergreifende Songs schreiben konnte wie kaum ein Zweiter. Michael Bartle erzählt die Geschichte dieses schwer zu dechiffrierenden Mysteriums, der mit 26 Jahren den Freitod wählte. Wiederholung vom 19. Februar 2022


19:04 Uhr WDR 3 Hörspiel – Kunstpalast

„Das Postamt“ Von Rabindranath Tragore
Regie: Friedhelm Ortmann Produktion: WDR 1957


20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel des Monats

„Echokammer“ Von David Lindemann
Regie: der Autor Besetzung: Kathi Bonjour
Regieassistenz: Delia Lang Ton: Jean-Boris Szymczak
Dramaturgie: Barbara Gerland Deutschlandfunk Kultur 2024
ca. 21:00 Uhr nach dem Hörspiel:
„Um der Tränen willen“ Ein Porträt des englischen Komponisten Gavin Bryars. von Karl Lippegaus

Begründung der Jury der Akademie der Darstellenden Künste:
„Die Journalistin Inge will einen Wissenschaftler interviewen. Ein Schneesturm hält die beiden in einer winzigen Berghütte gefangen. Als eine weitere Person hinzukommt, bahnt sich eine Katastrophe an. Die Geschichte entwickelt von der ersten Minute an einen Sog, dem wir uns nicht mehr entziehen konnten. Geschickt wird hier nicht nur dramaturgisch auf zwei Erzählebenen mit dem Geheimnis des Todes einer der drei Personen gespielt. Fährten werden gelegt, die nicht aufgeklärt, sondern deren Verfolgung einzig unserer Phantasie überlassen bleiben. Eine Verschwörung? Die klaustrophobische Situation ist zu spüren, wir frieren beim Zuhören. Die Berghütte in Eis und Schnee wird gegenwärtig. Auf Musik verzichtet „Echokammer“ fast gänzlich und lässt uns so stärker auf die Handlung konzentrieren.


22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert

Madeleine Peyroux & Diana Krall
Konzertmitschnitt vom 2. April 2005, UNI-Oldenburg


22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik

Revisited Forum neuer Musik 2022: Exit plus ultra
Leopold Hurt: “The Likeness of Geographie” (Ausschnitt) ensemble 20/21
Johannes Schöllhorn: “en blanco y negro” (Ausschnitt)
Monthati Masebe: “Mba” (Ausschnitt)
Lena Drieschner, Sprecherin; Sylvia Seddig, Sprecherin
Ensemble Recherche
Aufnahmen vom Oktober 2022 im Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln
Am Mikrofon: Frank Kämpfer
Karte, Uhr und Partitur, meint Johannes Schöllhorn, gehören in der Vergangenheit untrennbar zusammen. In seiner gleichnamigen Essay-Sammlung verweist der Freiburger Komponist auf Parallelen zwischen kolonialer Welteroberung und musikalischem Fortschrittsdenken quer durch die letzten 500 Jahre. Ausgehend von diesem Textkonvolut entwickelten Dramaturgin Elisa Erkelenz und das Ensemble Recherche einen „postkolonialen Abend“ für das Forum neuer Musik 2022. Schöllhorn selbst, ebenso Leopold Hurt und Farzia Fallah schrieben eigens neue Werke dafür, die sich auf frühere koloniale Zusammenhänge beziehen. Eingang in das Programm fanden auch nicht-europäische Perspektiven, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des internationalen Projekts „Postcolonial Recherche“ notierten.


23:00 Uhr HR 2 The Artists Corner

„Kennen Sie Musik, die man nur am Lautsprecher hören kann?“
Elektronische Musik aus Studios in aller Welt, vorgestellt von Karlheinz Stockhausen
Teil 13/13 – Studio in Köln (WDR)


23:03 – 02:00 Uhr SWR Kultur Ohne Limit

Aristo Games – Paralipomena | Der Struwwelpeter
Aristo Games – Paralipomena: Emily-Pop & Kant-Anagramme
Hörspiel von Hermann Kretzschmar
Komposition und Regie: Hermann Kretzschmar (Produktion: SWR 2025 – Premiere)
anschließend ca. 23.27 Uhr: Der Struwwelpeter – Fassung: Michael Quast / Ensemble Modern
Hörspiel nach dem gleichnamigen Buch von Heinrich Hoffmann
Musik: Ensemble Modern Dirigat: Markus Neumeyer
Hörspielfassung: Michael Quast / Ensemble Modern
Komposition: Uwe Dierksen, Christian Hommel, Hermann Kretzschmar
Regie: Björn SC Deigner (Produktion: SWR / Volksbühne am Hirschgraben / Ensemble Modern 2022)
anschließend ca. 0.37 Uhr: Musik von Hermann Kretzschmar


23:03 Uhr WDR 3 Studio Elektronische Musik

point of view [39] Gordon Mumma. Mit Reinhold Friedl
Der amerikanische Komponist und Hornist Gordon Mumma erinnert sich an die Entstehungszeit der amerikanischen Nachkriegsavantgarde in den 50er Jahren: „Es war wie ein riesige, jahrzehntelange Party“.


23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht

„Ich habe als Philosoph gelebt.“ Eine Lange Nacht über Giacomo Casanova
Von Agnese Grieco Regie: Giuseppe Maio

Den bis in unsere Gegenwart hallenden Ruf, der seinen Namen zu einem Gattungsbegriff werden ließ, hat Casanova sich als sagenhafter Verführer verdient. Aber er war viel mehr als nur ein Frauenverführer und das auch in einem vielfältigeren Sinne als es das schlechte Erinnerungsvermögen der Nachwelt im Gedächtnis behalten wollte. Giacomo Casanova, vor 300 Jahren, am 02. April 1725 in Venedig geboren, war schon mit sechzehn Jahren ein Doktor der Rechte, war ein Gesandter und Spion im Dienst gegeneinander intrigierender Mächte, ein Hofmann, ein Geiger aus Laune, ein Geistlicher aus Not, ein Spieler, ein Betrüger, ein Abenteurer und übersetzte die Ilias ins Venezianische. Und er war ein Libertin und ein Verführer, vor allem aber ein Schriftsteller. Casanova trägt viele Masken – mit Bravour.


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