Die Radiotipps für den 8.3.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht
„Gott ist Alles und Nichts“ Eine Lange Nacht über Mystik, Literatur und Meister Eckhart
Von Burkhard Reinartz Regie: der Autor
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Gott aus der aktuellen Literatur verbannt. Bei den jüngeren, neue literarische Wege suchenden AutorInnen war das Sprechen über Gott in der Literatur Tabu. Seit den 1990er-Jahren gibt es aber eine Gegenbewegung von SchriftstellerInnen, in deren Werk Gott wieder Eingang findet. Dabei spielt Mystik eine wichtige Rolle. Sie begegnet dem Göttlichen unmittelbar, ohne Glaube an Dogmen und ohne kirchliche Vermittler. Der Theologe Karl Rahner hat den visionären Satz geprägt: „Der Fromme von morgen wird ein ‚Mystiker‘ sein, einer, der etwas ‚erfahren‘ hat, oder er wird nicht mehr sein“. Rahners Vision ist eingetroffen. Viele Menschen suchen und finden heute Spiritualität eher individuell als in den Angeboten der Kirchen. Und auch Schriftsteller lassen sich beim Schreiben vermehrt von mystischen Impulsen leiten. Ein besonderer Einfluss geht dabei von dem Dominikaner, Theologen und Religionsphilosophen Meister Eckhart aus. Er hat schon im vierzehnten Jahrhundert das Bild eines rein jenseitigen Gottes zertrümmert. Heute finden viele von Eckharts Grundgedanken ein Echo in der modernen Literatur und machen ein neues Sprechen über die Einheit von Gott, Mensch und Welt möglich. Ein theopoetisches Sprechen, das dem Unsagbaren eine bildreiche Stimme gibt.
15:00 Uhr ByteFM Golden Glades mit Sandra Zettpunkt
Schöne Dinge
Die heutige Golden-Glades-Ausgabe versammelt beruhigendes Material für unruhige Zeiten, darunter Jim Putnams neue Single „Beautiful Things“. Der Song gibt einen ersten Ausblick auf die Soloplatte des ehemaligen Radar-Brothers-Gitarristen. Schon seine alte Band wusste, wie sich mit Musik die Gemüter besänftigen lassen, und Putnam – Bewohner der stets gefährdeten Stadt Los Angeles – erweist sich hier erneut als Meister der Tröstlichkeit.
18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
„25 Bilder die Sekunde und ein Leben“ Memory Hotel: Der Animationsfilmer Heinrich Sabl
Von Barbara Leitner Regie: Giuseppe Maio. Ton: Martin Eichberg Deutschlandradio Kultur 2015
Der leidenschaftliche Filmemacher Heinrich Sabl kämpft um seinen Langfilm „Memory Hotel“ − ein analoges Meisterwerk in einer digitalen Welt. Die Doku bietet einen faszinierenden Blick hinter die Kulissen eines einzigartigen kreativen Projekts.
18:20 Uhr SWR Kultur Jazz
Klingender Freiraum – Die Vibrafonistin Yuhan Su. Von Ssirus W. Pakzad
Vor 13 Jahren zog die taiwanesische Vibrafonistin Yuhan Su nach New York, um dort ihr musikalisches Glück zu suchen. Sie fand es schnell und musizierte mit vielen einflussreichen Musikern der Jazz-Szene. Mit Solo-Alben wie „Liberated Gesture“ zeigt Yuhan Su ihre hinreißenden Fähigkeiten am Instrument. Und ihr gelingt, höchst anspruchsvolle und vielschichtige Kompositionen zu schreiben, die bei aller Komplexität sehr zugänglich klingen. Inhaltlich befassen sich ihre Stücke oft mit Freiheiten, die sich speziell Frauen erkämpfen mussten und müssen.
19:00 Uhr Bremen 2 Sounds
Dreamers‘ Circus stehen für virtuose Leichtfüßigkeit und innovative Ideenvielfalt und sorgen seit mehr als zehn Jahren mit ihrer Musik für Furore in Skandinavien und auch international. Außerdem: Die gefeierte Rockband Wilco aus Chicago hat ein weiteres Mal in ihr Archiv geblickt und Interessantes zu Tage gefördert. Und: Der studierte Komponist Will Stratton legt mit seinem achten Album das inhaltlich bislang ehrgeizigste Werk seiner Karriere vor.
19:00 Uhr HR 2 Live Jazz
Sisters in Jazz | Beethoven-Haus Bonn 2023
Izabella Effenberg, vb, sundrum, steel drum, array mbira | Isabelle Bodenseh, fl | Milena Hoge, harp | Katharina Gross, eb, db | Impogen Gleichauf, dr
19:00 Uhr radio 3 Unser Leben
Weltfrauentag – Kampf um Gleichberechtigung und kein Ende
Frauen sind die Hälfte und doch oft in der Minderheit. Von 630 Abgeordneten, die in den neuen Bundestag einziehen, sind nur 240 Frauen – Nicht mal ein Drittel und weniger als im vorherigen Bundestag. Kann so die Hälfte der deutschen Bevölkerung vertreten werden? Können Männer im Sinne von Frauen entscheiden, ob Abtreibungen strafbar bleiben? Wie haben sich die Ideale von Frauen im Laufe der Jahrzehnte verändert? Und wie können gerade junge Frauen empowert werden? Am Mikrofon: Liane Gruß.
19:05 Uhr Bayern 2 Zündfunk
The Song Remains The Same? Ein „Zündfunk“ Playback über Led Zeppelin. Mit Michael Bartle
„Ich hatte einen Traum“, singt Robert Plant, „einen verrückten Traum: überall wo ich hinkam, hörten die Menschen einen Song, meinen Song, und ja, sie singen sogar mit.“
Und ja, auch wenn die Musiker von Led Zeppelin langsam ein geradezu biblisches Alter erreicht haben: Die Menschen singen sie immer noch mit, die Songs von Led Zeppelin, der vielleicht größten Rockband aller Zeiten. Gerade kommt der Dokumentarfilm „Becoming Led Zeppelin“ in die Kinos. Und wir hier im „Zündfunk“ haben die Band vor gut 10 Jahren interviewt, als der Livemitschnitt ihres Comeback-Konzerts erschien. Es war tatsächlich eines der begehrtesten Rock-Konzerte aller Zeiten: Über 20 Millionen Fans wollten Led Zeppelin 2007 noch einmal in London sehen – 2007 war das, 27 Jahre nachdem sich die Band aufgelöst hatte. Ihr legendärer Drummer John Bonham war 1980 den Rock’n‘Roll Tod gestorben, ohne ihn wollten Jimmy Page, Robert Plant und John Paul Jones zunächst nicht weiter machen. Bis zum großen Live-Comeback eben.
„The Song Remains The Same“, so die Hoffnung, der Song wird immer weiterleben und wichtig bleiben, auch wenn Jimmy Page im Januar stolze 81 Jahre geworden ist. Rock’n’Roll wird also alt, großväterlich, wir gratulieren hier im „Zündfunk“ dennoch mit einer Stunde Musik von und mit Led Zeppelin. Und nicht nur wir – auch das Kino wird gerade zu Led Zeppelin.
20:00 Uhr ByteFM Electro Royale Musik aus Strom mit Martin Böttcher
Parallele Welten!
Hier geht es hin und her, in immer neue Welten des elektronischen Musikkosmos! Mit dabei: Addison Groove, Isolee, Terawax, Mittekill und viele andere.
20:03 Uhr ARD Oper
Maurice Ravel 150 – Die Opern
„L’heure espagnole“
London Symphony Orchestra; Musikalische Leitung: André Previn
„L’enfant et les sortilèges“
New London Children’s Choir; London Symphony Orchestra
Musikalische Leitung: André Previn
20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel
„1001 Nacht“ Nach der Neuübersetzung von Claudia Ott
Auswahl der Geschichten: Safiye Can
Hörspielbearbeitung und Storytelling: Judith Lorentz und Roxana Samadi
Besetzung: Kathi Bonjour
Regieassistenz: Vanessa Gräfingholt und Delia Lang
Expertin für Arabisch: Heba Tebakhi
Übersetzung und philologische Beratung: Claudia Ott
Copyright der Übersetzung: Verlag C. H. Beck
Redaktionelle Mitarbeit: Matthias Karow
Komposition und Musik: Philipp Johann Thimm
Weitere Musik: Roshanak Rafani (Daf, Tombak und Bendir), Nabil Arbaain (Oud) und Rosaceae
Ton: Andreas Stoffels und Susanne Beyer, sowie Alexander Brennecke, Frank Klein und Christoph Richter
Regie: Judith Lorentz Dramaturgie: Sabine Küchler und Julia Tieke Deutschlandfunk 2025
Der von seiner Ehefrau betrogene König lässt aus Rache jeden Tag eine Frau töten – bis die kluge Schahrasad antritt. Mit spannenden Geschichten hält sie die Neugier des Königs wach und wird verschont. Nacht für Nacht.
22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert
Kyle Eastwood Group
Wie der Vater, so der Sohn. Zu Beginn von Kyle Eastwoods Karriere sah alles nach Filmkarriere aus – genau wie beim berühmten Vater Clint Eastwood. Kyle studierte Filmwissenschaft, schlug dann aber den Weg als Musiker ein.
Konzert vom 7. März 2005, 20-jähriges Jubiläum.
22:00 Uhr Deutschlandfunk Die besondere Aufnahme
„Rush“ Juri Valentin, Oboe. Ensemble Reflektor
Barockmusik und populäre Musik. Für den Oboisten Juri Valentin ist das kein Gegensatz. Ob Antonio Vivaldi oder Billie Eilish, auf dem neuen Album „Rush“ vereint er spielend leicht barocke Pracht und den Puls der Gegenwart.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik
„In multimedialen Erlebnisräumen“ Die japanisch-brasilianische Pianistin Rei Nakamura. Von Egbert Hiller
Experimente und neue Horizonte bilden den Kern ihrer künstlerischen Identität. In ihrem bahnbrechenden Projekt „Movement to Sound, Sound to Movement“ arbeitet Rei Nakamura an den Schnittstellen von Klavierklang und Multimedia. Die Musikerin wurde in Japan geboren, ist in Brasilien aufgewachsen und lebt seit vielen Jahren in Deutschland. Als Solistin ist sie besonders dann gefragt, wenn es gilt, extreme pianistische Anforderungen zu erfüllen. Es fasziniert sie, die Grenzen des Spielbaren auszuloten und zu verschieben. Rei Nakamura beschäftigt sich auch immer wieder mit ihrer Rolle als Interpretin in der zeitgenössischen Musik – sie reflektiert, wie sich diese Rolle im Zeitalter von Elektronik und Neuen Medien verändert.
23:00 Uhr HR 2 The Artists Corner
„Kennen Sie Musik, die man nur am Lautsprecher hören kann?“
Elektronische Musik aus Studios in aller Welt, vorgestellt von Karlheinz Stockhausen
23:00 Uhr ByteFM Eingefleischt mit Johnny Moonlight & Marcus „Bart“ Grasseck
Riffgeil
Riffs, Riffs, Riffs! Heute steht das Riff im Vordergrund und Songs die nicht nur von einem starken Refrain, sondern vor allem von starker Gitarrenarbeit leben. Unter anderem mit dabei sind Riffgötter wie Black Sabbath, Slayer oder Morbid Angel.
23:03 – 02:00 Uhr SWR Kultur Ohne Limit
Die Entflohene (2/2): Gilberte – Venedig – Robert
Hörspiel nach dem Roman „La Fugitive“ von Marcel Proust
Aus dem Französischen von Bernd Jürgen Fischer
Hörspielbearbeitung: Manfred Hess und Hermann Kretzschmar
Musik: Ensemble Modern
Komposition: Hermann Kretzschmar Regie: Ulrich Lampen (Produktion: SWR/DLF 2022)
23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht
„Gott ist Alles und Nichts“ Eine Lange Nacht über Mystik, Literatur und Meister Eckhart
Von Burkhard Reinartz Regie: der Autor
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Gott aus der aktuellen Literatur verbannt. Bei den jüngeren, neue literarische Wege suchenden AutorInnen war das Sprechen über Gott in der Literatur Tabu. Seit den 1990er-Jahren gibt es aber eine Gegenbewegung von SchriftstellerInnen, in deren Werk Gott wieder Eingang findet. Dabei spielt Mystik eine wichtige Rolle. Sie begegnet dem Göttlichen unmittelbar, ohne Glaube an Dogmen und ohne kirchliche Vermittler. Der Theologe Karl Rahner hat den visionären Satz geprägt: „Der Fromme von morgen wird ein ‚Mystiker‘ sein, einer, der etwas ‚erfahren‘ hat, oder er wird nicht mehr sein“. Rahners Vision ist eingetroffen. Viele Menschen suchen und finden heute Spiritualität eher individuell als in den Angeboten der Kirchen. Und auch Schriftsteller lassen sich beim Schreiben vermehrt von mystischen Impulsen leiten. Ein besonderer Einfluss geht dabei von dem Dominikaner, Theologen und Religionsphilosophen Meister Eckhart aus. Er hat schon im vierzehnten Jahrhundert das Bild eines rein jenseitigen Gottes zertrümmert. Heute finden viele von Eckharts Grundgedanken ein Echo in der modernen Literatur und machen ein neues Sprechen über die Einheit von Gott, Mensch und Welt möglich. Ein theopoetisches Sprechen, das dem Unsagbaren eine bildreiche Stimme gibt.