Die Zeit: Klaus Voormann : „Ich hatte ein schönes Leben“ Interview von Marc Widmann
Klaus Voormann war ein enger Freund der Beatles und einer der besten Bassisten der Welt. Trotzdem würde er heute einige Dinge anders machen.
DIE ZEIT: Herr Voormann, erinnern Sie sich noch gut an Ihre Hamburger Wohnung in der Eimsbütteler Straße?
Klaus Voormann: Aber klar doch! Ich habe bei Astrid Kirchherr gewohnt, meiner damaligen Freundin. Die Wohnung von ihr und ihren Eltern war in der Hausnummer 45a. Oben auf dem Boden unterm Dach hatten die so ’ne kleine Bude, wo ich kampieren konnte. Ich habe ja studiert und hatte nicht viel Gepäck oder große Möbelstücke.
ZEIT: Nachdem Sie die Beatles im Kaiserkeller kennengelernt hatten, haben Sie die Gruppe oft mit in die Wohnung gebracht.
Voormann: Ja, richtig. Die Beatles hatten 1960 in Hamburg niemanden, keine Tante, keinen Bruder, keine Betreuung, nichts, die waren auf sich allein gestellt. Und das haben die Clubbesitzer ausgenutzt und sie in irgendwelche Besenkammern gesteckt, wo das Wasser beinah die Wände runterlief und es kein Fenster gab. Sie haben im Bambi-Kino in einem komischen Korridor gewohnt, der war gar nicht hoch, auch die Türen waren alle so komisch niedrig, das waren Abstellkammern. Und wenn sie sich waschen wollten nach dem Aufstehen, mussten sie auf die öffentliche Kinotoilette….
© Die Zeit, 6. Oktober 2019