Diedrich Diederichsen: Prince – Der Herr der Gegensätze
Er war kein Superstar mehr, aber er war ein freier Mann.
Was hinterlässt uns Prince? Fünf Thesen
Erstens: kein Opfer. Die großen weltbewegenden Stars der afroamerikanischen Musik sind selten mit heiler Haut davongekommen. Bessie Smith, Charlie Parker, Billie Holiday, Miles Davis, Jimi Hendrix, Nina Simone, James Brown und Michael Jackson konnten sehr unterschiedliche Lieder von Drogen, Gefängnis, Rassismus, Unordnung und frühem Leid singen. Als Prince seine Karriere in den späten 1970er Jahren begann, war das US-amerikanische Musikgeschäft noch weitgehend segregiert. Man machte seine Karriere als schwarzer Musiker, selbst wenn sie Gattungsgrenzen hinter sich ließ, in den R-’n‘-B-Charts und wurde von den dazugehörigen Radiosendern gespielt. Ausgerechnet MTV verschärfte diese Praktik in den 1980er Jahren noch und ließ erst nach massivem Druck die Superstars der Epoche, Michael Jackson und Prince, in seinen Programmen zu. Der Sender, der später, als es gar keinen „weißen“ Mainstream mehr gab, noch jahrelang von Hip-Hop und R ’n’ B lebte, wollte Afroamerikaner allen Ernstes raushalten….
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