Drummer und Pianist Jack DeJohnette „Du spielst schließlich für Menschen!“
Interview von Franziska Buhre von 2016 (TAZ). Jack DeJohnette spielte mit Alice Coltrane und Miles Davis. Er findet, viele junge Jazzmusiker wüssten nicht, wie man Verbindung zum Publikum aufnimmt.
taz: Jack DeJohnette, kennen Sie den Spielfilm „Miles Ahead“ von Don Cheadle? Er verwendet Musik, die Sie mit Miles Davis aufgenommen haben.
Jack DeJohnette: Den werde ich mir ganz bestimmt nicht antun.
Warum nicht?
Weil er nur ein einseitiges, düsteres Bild von Miles zeigt und ausblendet, dass er ein großartiger Künstler gewesen ist. Jazzmusiker als Drogenabhängige darzustellen, ist doch ein alter Hut. Für mich hat bisher nur Milos Forman das musikalische Genie von Mozart mit „Amadeus“ adäquat abgebildet. Da kam ich aus dem Kino und habe Mozarts Melodien gesummt. „Miles Ahead“ vermittelt dagegen keinerlei Eindruck davon, weshalb Miles Davis zur treibenden Kraft des Jazz wurde, warum er bei den Hörern so beliebt war und im Kollegenkreis so respektiert wurde. Seine Musik, seine Kreativität inspirieren uns noch heute.