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Eine Lange Nacht über Afrobeat „Lagos tanzt“ // Zum 20 Todestag von Fela Kuti !!!

Fela Kuti erfand den Afrobeat. Dieser ist mehr als nur Tanzmusik und Fela Kuti auch nicht nur Komponist. In seiner Heimat Nigeria sorgt er auch politisch für Aufsehen – sodass sein Haus bombardiert und geräumt wurde.

Von Susanne Amatosero

Lagos in Aufbruchstimmung. Eine Hauptstadt feiert ihre politische Unabhängigkeit. Und Fela Kuti, gerade von einem Studium der klassischen Musik aus London zurückgekehrt, komponiert die dazu passende, elektrisierende Tanzmusik. Er gründet die Band „Africa 70“ und entwickelt zusammen mit dem genialen Schlagzeuger Tony Allen einen neuen musikalischen Stil, den Afrobeat.

Aber Afrobeat ist mehr als Tanzmusik, und Fela Kuti ist mehr als ein Komponist. Er ist Bandleader, Saxofonist, Dichter, Sänger, Entertainer und seit einer Tournee durch Amerika mit den politischen Zielen der schwarzen Befreiungsbewegung vertraut. Zurück in Nigeria, beginnt er, die neu entstehenden politischen Eliten seines Landes zu attackieren. Er wirft ihnen Korruption und einseitige Orientierung am Lebensstil des Westens vor. Er macht sich zum Sprachrohr der Unterdrückten und deklariert seinen Klub und das dazugehörige Gelände zur freien Republik.

1983 greift die Armee ein. Das Gelände wird bombardiert und geräumt. Fela Kuti wird festgenommen und nur wegen seiner internationalen Bekanntheit überhaupt wieder aus der Haft entlassen. Fela Kuti hat mit seinen Texten das politische Denken in ganz Westafrika geprägt. Seine Lieder sind auch heute hochaktuell.

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© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 2.1.2016

2 Gedanken zu „Eine Lange Nacht über Afrobeat „Lagos tanzt“ // Zum 20 Todestag von Fela Kuti !!!

  • Von Fela habe ich eine ganze Menge Platten, ich bin sie zufällig gerade durchgegangen und in den nächsten Tagen werden sich wohl einige auf dem Teller drehen. Felas Musik ist schon was Besonderes, vor allem auch, wenn man sich deren tatsächliche Wirkung im „real life“ im Afrika (nicht nur Nigeria) der 70er und 80er Jahre mal vor Augen führt. Getrübt wird das Ganze aus meiner Sicht nur durch seinen -durch unsere Brille gesehen- nicht gerade vorbildlichen Umgang mit dem weiblichen Geschlecht, es hat zumindest den Anschein, daß er seine Frauen zum Gutteil nur als Ware bzw. Spielzeug genutzt hat und sich dabei dann einfach auf afrikanische Traditionen berufen, die er im politischen Bereich aber wiederum angeprangert hat. Naja, wenn man 27 Frauen auf einmal heiratet, bleibt für die Einzelne auch nicht mehr so viel Zeit übrig. Später soll er sich ja auf maximal 12 Frauen zur gleichen Zeit beschränkt haben. Genie und Wahnsinn? Trotzdem: die Musik ist genial…

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  • portfuzzle

    Dann wird Dir diese Lange Nacht gefallen. Ich habe viel über Fela Kuti erfahren …
    Ein paar Platten stehen auch noch bei mir. Ein charismatischer Musiker.
    Aber ja, es ist wohl ein guter Anlaß dieses Vinyl wieder aufzulegen ….. Grüße !

    Antwort

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